Aconcagua

Bergtour auf den höchsten Berg Südamerikas (Versuch), Januar 2003

Aconcagua-Südwand

Aconcagua-Südwand, Plaza Francia (4.600m)

Nach dem grandiosen Trek zum K2 Base Camp (2001), der uns (Björn und mich) immerhin auf 5.960m Höhe geführt hatte, war die Idee, einen der großen Berge der Welt zu besteigen, sehr verlockend. Die Entscheidung, sich im Januar 2003 am Aconcagua, mit 6.973m der höchste Berg Südamerikas (und damit auch der höchste Berg außerhalb von Asien), zu versuchen, fiel relativ schnell, nachdem wir uns im Netz ein wenig über logistische Hürden informiert hatten. Denn es gibt kaum welche! Der Aconcagua ist wirklich einfach zu organisieren (die Besteigung ist nicht einfach, aber dazu später…).

Organisation der Tour / Anreise:

Man braucht lediglich ein Flugticket nach Buenos Aires und weiter nach Mendoza, der Provinzhauptstadt oder nach Santiago de Chile. Eine Straße über die Anden verbindet Mendoza und Santiago de Chile und an dieser Straße liegt Puente del Inca (2.700m), der Startpunkt für den Trek zum Aconcagua Base Camp. Das Gipfel-Permit gab es damals nur bei der Nationalpark-Verwaltung in Mendoza, so daß die Anreise über Buenos Aires und Mendoza anstatt über Santiago de Chile nahe lag, mittlerweile kann man das Permit auch online beantragen (Permit Online). Das Permit kostete damals 220 USD, heute sind es 1.500 argentinische Pesos, was ca. 270€ entspricht.

Bustickets nach Puente del Inca gibt es am zentralen Busbahnhof in Mendoza, es fahren mehrere Busse täglich (jeweils weiter nach Santiago), die Tickets sind günstig (ca. 15€).

In Mendoza gibt es auch ausreichend gut sortierte Supermärkte, in denen man sich mit Tütensuppen, Instant Noodles, Salami, Schokoriegeln, Nüssen, Rosinen, und was der Bergsteiger sonst noch so für die Energiezufuhr braucht, beschaffen kann. Von gefriergetrockneten Expeditionsrationen hatten wir uns ein paar Pakete aus Deutschland mitgebracht (auch ein paar Pakete Tütennudeln, war aber unnötig). Waschbezin („Bencina blanca“) für den Kocher und fehlende Ausrüstung bekommt man in Mendoza im Outdoor-Laden „El Refugio“ (wo es auch schicke Aconcagua-T-Shirts gibt).

Aconcagua, Anflug auf Santiago (2009)Was ich unbedingt empfehlen kann, sind ein paar Tütchen einer Elektrolyt-Lösung mit verschiedenen (hochkonzentrierten) Mineralien, die meist mit Glucose angereichert sind (laufen in der Apotheke unter Medikation für Durchfall). Warum? Weil man in der Höhenluft durch die Atmung unglaublich viel Flüssigkeit verliert, auch wenn man nicht schwitzt. Und das Wasser wird weiter oben am Berg ausschließlich durch Schnee schmelzen gewonnen, im Basislager gibt es zwar eine Wasserleitung, aber auch zapft nur einen Gletscherbach an. Weil im gefrorenen Schnee aber eben keine Mineralien enthalten sind (es ist ja sozusagen aqua dest.), kommt der eigene Elektrolythaushalt sehr schnell durcheinander. Ich hab in Pakistan und in Zimbabwe jeweils einmal eine akute Dehydratierung erlebt und kann versichern, daß das kein Spaß ist, fühlt sich wie Grippe, betrunken und müde zugleich an und zieht einem jegliche Energie aus dem Körper.

In Puente del Inca gibt es ein paar spartanische Unterkünfte für die Zeit zwischen Ankunft und Abmarsch zur Plaza de Mulas. Wer seine Ausrüstung und den Proviant (und da kommt bei so einer Tour einiges zusammen) die 2 Tagesetappen nicht selbst schleppen möchte, kann hier auch problemlos den Muli-Transport organisieren, die Anbieter sprechen einen meist schon beim Aussteigen aus dem Bus an. Der Muli-Shuttle kostete damals ca. 180 USD.

Die Route ab Puente del Inca über Confluencia, Plaza Francia, Plaza de Mulas, Camp Canada, Nido de Condores, Refugio Berlin:


Aconcagua auf einer größeren Karte anzeigen

 

Teil I: Buenos Aires

In Buenos Aires hatten wir einen halben Tag Aufenthalt, mußten zum vom Internationalen zum Inlandsflughafen am Rio de la Plata wechseln und konnten ein paar Stunden die Stadt erkunden. Wir fanden B.A. klasse, es gibt viele unterschiedliche Viertel, die Lage am Rio de la Plata ist genial, viele prachtvolle Gebäude (Oper, Paläste, Theater) aus glanzvollen Zeiten, die ganze Stadt hat aber einen gewissen morbiden Charme. Damals steckte Argentinien noch mitten in der Wirtschaftskrise, was sich für uns als Euro-Touristen recht günstig auswirkte. Beispiel? Jeder ein 400g Rindersteak in einem renommierten Restaurant, üppige Beilagen, 2 Bier, Kosten: 8€ (das gab es allerdings erst auf dem Rückweg, auf dem Hinweg haben wir weniger feudal gespeist, s. Bilder).

(weitere Beschreibungen als Bildunterschriften nach dem Anklicken der Galerie)

Teil II: Mendoza – Puente del Inca

Innerhalb eines (hektischen) Tages hatten wir das Permit, das Busticket, den Proviant und das Waschbenzin für den Kocher besorgt und ab ging´s in die Kordillieren Richtung Puente del Inca

HIER geht´s weiter zum Basislager Plaza des Mulas 

Reiseberichte.com

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