K2 Base Camp Trek

Trek über den Baltoro Gletscher zum Base Camp des K2 (8611m) in Pakistan im Juli/August 2001.

K2 (8.611m), von Concordia aus gesehen

K2 (8.611m), von Concordia aus gesehen

Im Frühsommer 2001 suchten Björn und ich nach einer Trekking-Tour im Hochgebirge. Ich erinnerte mich an eine Unterhaltung mit 2 Österreichern während der Annapurna-Runde 1992, die schon einige der „großen“ Treks weltweit gemacht hatten, und die den Concordia-/Baltoro-Trek als die großartigste Tour überhaupt gepriesen hatten. Da ich 1993 schonmal den Karakorum Highway von Pakistan nach China bereist hatte, hatte ich eine ungefähre Vorstellung, was einen dort erwartete. Die Vorstellung, mehrere Tage auf dem Baltoro-Gletscher zu wandern, vorbei an alpinen Highlights wie den Trango Towers, der Kathedrale, dem Masherbrum nach Concordia zu laufen und das K2 Base Camp zu besuchen, war unwiderstehlich. Concordia, an dem ein halbes Dutzend Gletscher zusammenfließen und den Baltoro Gletscher formen, wurde von Galen Rowell  einmal „The Throneroom of the Mountain Gods“ genannt, denn gleich vier der vierzehn 8000er sind drumherum zu sehen: K2 (8.611m), Broad Peak (8.051m), Gasherbrum I („Hidden Peak“, 8.068m) und Gasherbrum II (8.035m). Rund um Concordia findet sich die weltweit höchste Anzahl von hohen Bergen, in einem Radius von 25km liegen über 20 7000er und Dutzende von 6000ern. Vor allem aber reizte uns die Vorstellung, den K2 aus der Nähe zu sehen, der vielen als der schönste Berg der Welt gilt (der gefährlichste ist er unbestritten), und der Expeditionscharakter der Tour, denn mit dem Tea-House-Trekking wie in Nepal hatte die Tour wenig gemein.

Ziemlich schnell stiegen wir in die Planung ein. Wegen der Grenznähe zu Indien darf man in die Baltoro-Region nur mit organisierten Touren, 20 Tage als Selbstversorger und ohne Ortskenntnis auf Gletschern rumlaufen waren auch nicht wirklich unser Ding. Es gab damals eine überschaubare Zahl von Anbietern für den Karakorum, die meisten davon leider unglaublich teuer. Irgendwann stießen wir aber auf eine pakistanische Agentur, die die 20tägige Tour zum K2 Base Camp und über den Ghondogoro La relativ preiswert anbot und per Email konnten bald die wesentlichen Eckdaten geklärt werden. Mr. Malik, der Chef von Adventure Travel Pakistan erwies sich als Glücksgriff, denn die gesamte Tour wurde bestens organisiert. Bis ca. 10 Tage vor dem Abflug waren wir die einzigen Teilnehmer, dann stieß noch Paul, der Australier, zu unserer Expedition dazu, was sich dann doch kostenmindernd auswirkte.

Anders als z.B. in Nepal sind in den Bergen Pakistans nach wie vor relativ wenige Trekker unterwegs, was wohl mit der nicht groß vorhandenen Trekking-Infrastruktur zu tun haben wird, zum anderen mit der damals in Teilen Pakistans auch schon ein wenig angespannten Sicherheitslage. Die meisten Trekking-Gebiete sind vollkommen unbewohnt, auf unserer Tour sind wir nach ca. 1h nach dem ersten Schritt durch das Dorf Askole gelaufen, danach gab es 2 Wochen keinerlei Dörfer oder auch nur Schafhirten zu sehen, bis auf ein paar Armee-Camps (wegen der nahen Grenze zu Indien) lebt dort niemand, weil die Gegend schlicht zu karg ist.

Im Nachhinein bekam die Tour noch eine besondere „Note“, denn wir kamen genau einen Monat vor dem 11. September 2001 aus Pakistan zurück. Nach wenigen Tagen war Pakistan als Aufmarschgebiet der Nato im Fokus der Öffentlichkeit und wir bekamen immer Stirnrunzeln gezeigt, wenn wir erzählten, wo wir gerade unseren Urlaub verbracht hatten. Für die nächsten Jahre war Pakistan erst einmal von der touristischen Landkarte verschwunden…

Teil I: Skardu

Über Dubai flogen wir Mitte Juli 2001 nach Islamabad, von dort aus ging am nächsten Tag mit dem Flugzeug weiter nach Skardu, der Hauptstadt Baltistans. Schon dieser ca. einstündige Flug war unglaublich, denn zum einen fliegt man direkt am Nanga Parbat (8.126m) vorbei, zum anderen dürfte es wohl keinen spektakläreren Linienflug mit einem Jet geben als diesen.

Da der Flughafen von Skardu in einem nicht allzu großen Talkessel mit 4.000- 5.000m hohen Berg ringsum liegt, muß der Pilot der PIA seine Boeing 737 beim Landeanflug gewissermaßen ins Indus-Tal „einfädeln“, um so ausreichend Höhe für den „final approach“ zu verlieren. Die Verkehrsmaschine fliegt dann 4 oder 5 Kurven in dem relativ engen Tal, als Passagier sieht man teilweise rechts und links nur noch Fels, so niedrig ist die Maschine und so nah die Berge. Mit kleinen Propellermaschinen wie auf dem Flug nach Lukhla in Nepal oder sonstwo mag man sowas erleben, aber mit einem Jet ist das schon was anderes.

In Skardu verbrachten wir einen entspannten Tag im Camp von Adventure Travel, ein wenig oberhalb des Shangri-La Resorts, während Mr. Malik und Raza, unser Guide, die Ausrüstung durchgingen, Jeeps für die Fahrt durch die Braldu-Schlucht und die Träger organisierten. Wir waren doch ein bißchen geschockt, als wir erfuhren, das für uns 3 Trekker (plus Guide, Koch und Hilfskoch) sage und schreibe 14 Träger mitkommen sollten. Jeder der Träger mußte 25 Kilogramm Gepäck tragen, alle paar Tage, wenn wieder eine Menge Lebensmittelvorräte aufgebraucht worden waren, wurden 1-3 Träger zurückgeschickt.

Skardu selbst hat nicht sonderlich viel zu bieten außer der schönen Lage am Indus, es ist ein staubiges Nest mit einer Hauptstraße mit den üblichen Läden, wo man sich noch schnell eine Rasur leisten kann, bevor auf dem Trek der Hygienestandard rapide sinkt.

HIER geht´s weiter nach Skardu und auf den Baltoro Gletscher

 

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