Havanna

Schon auf dem Weg ins Zentrum von Havanna merkten wir, daß Havanna ganz anders ist als alles andere, was wir bislang auf Kuba gesehen hatten. Stadtautobahnen, große Stadien, sozialistische Bombastarchitektur und durchsanierte Kolonialbauten der pompöseren Sorte, daneben viele alte, weniger gut erhaltene Stadtvillen mit reichlich Patina, an denen man aber den alten Glanz der Stadt sofort erkennen konnte.

Havanna (Vedado)

Wir steuerten anhand der Empfehlung im Lonely Planet eine Casa in einem Haus in Vedado an, einem Stadtteil eins weiter westlich von Habana Centro und zwei weiter westlich von Habana Viéja (den beiden „touristisch entscheidenden“ Vierteln Havannas). Das Haus würde man schon unter „Stadtpalais“ verbuchen… Leider war dort alles voll, aber der Chef bot uns erstmal Kaffee und Obst an, während er uns netterweise in der Nähe eine andere Casa Particular organisierte. Im Endeffekt waren es 2 Häuser direkt nebeneinander, Philipp und ich bezogen das eine, Karsten und Jürgen das andere. Beide Häuser waren ebenfalls ziemlich feudal, das Haus, in dem Philipp und ich logierten, gehörte einer spanischen Schauspielerin mit kubanischen Wurzeln, die nur ab und zu in Havanna lebte, im oberen Stock wohnte eine junge Familie (Beide Eltern waren ausgebildete Tänzer), die wiederum zwei Zimmer ihrer Wohnung an Touristen vermieteten. Wie genau man in Kuba an so eine (Einlieger-) Wohnung kommt, konnte oder wollte uns der Herr des Hauses auch nicht erklären. 

I. Vedado

Direkt nach dem Quartiermachen zogen wir zu Fuß los zur Erkundung der Stadt. Zunächst durch Vedado, das offenbar mal eine sehr noble Gegend war, überall prachtvolle Stadtvillen, von denen ein beträchtlicher Teil schon wieder aufpoliert wurde, teilweise in kurios bunten Farben gestrichen. Hier konnte man gut sehen, wie weit private Initiative führen kann, wenn etwas Geld für die Renovierung vorhanden ist.

II. Vedado und Havanna Centro

Havanna Centro

Östlich von Vedado liegt Havanna Centro, das Geschäftszentrum von Havanna. Dort findet man neben allerlei alten Prachtbauten auch viele neuere, teilweise mit klar sozialistischem Touch, so z.B. ein paar Ministerien. Eine Landmark von Havanna ist das FOCSA Building, ein gigantisches 39stöckiges Wohnhaus mit Meerblick, das jahrzehntelang das höchste Gebäude auf Kuba war. Direkt am Malecón liegt auch das Hotel Nacionál, das u.a. für seine Verstrickung in den Batista-Putsch im Jahr 1933 und für das größte Treffen der amerikanischen Mafiabosse (u.a. Meyer Lansky und Lucky Luciano) im Jahr 1946 zum Anlaß eines Frank Sinatra Konzerts berühmt bzw. berüchtigt ist. Das Hotel sieht innen ziemlich „westlich“ aus, allerdings konnte Philipp miterleben, wie in einem Gastraum im Untergeschoß ein Quadratmeter Putz von der Decke fiel und neben ein paar Touristen einschlug.

III. Am Malecón 

Brandung am Malecón

Nach einem kurzen Kaffee auf der Terrasse des Nacionál (Mobster-Style) gingen wir runter zum Malecón. Zunächst ist der Malecón einfach eine sehr breite und für kubanische Verhältnisse ziemlich befahrene Uferstraße. Aber das ist die Straße, die wirklich jeder von Kuba kennt, sie taucht in jedem Film über Kuba auf, die Straße mit den alten Häusern und den großen Wellen. Und ja, das ganze ist schon ziemlich spektakulär! Rechts die schönen alten Gebäude, links der (hier erstaunlich wilde) Atlantik, der gegen die Uferpromenade klatscht und meterhohe Fontänen erzeugt. Die andauernde Bestäubung mit Salzwassergischt nagt sichtbar an den Gebäuden am Malecón, manche Gebäude sind richtiggehend zerfressen, manche gerade saniert, manche allerdings sichtbar dem Untergang geweiht. Das ganze verleiht dem Setting einen ziemlich morbiden Charme. Mir hat´s sehr gut gefallen da drüben!

IV. Habana Viéja 

Am Ende des Malecón liegt die alte Festung Moro, mit der die Einfahrt zur Bahia de Habana bewacht wurde. Und dort beginnt auch Habana Viéja, die Altstadt von Havanna. An dieser „Bilderbuchecke“ trafen wir – wie auf vielen Reisen in den letzten Jahren – viele Hochzeitspaare, die dort ihre „offiziellen“ Fotos machen.

Havanna Viéja (Altstadt)

Von dort aus betraten wir die berühmte Altstadt von Havanna. Habana Viéja ist der ursprünglich von den Spaniern im Jahr 1519 gegründete Teil Havannas. Heute ist die Altstadt ein Wirrwarr von engen Straßen und einigen größeren Plätzen, mit Kirchen, Palästen und Regierungsgebäuden. Das ganze Areal gehört seit 1982 zum UNESCO-Welterbe. Jahrzehntelang war das Viertel stark vernachlässigt worden, immer wieder stürzten ganze Häuser ein, insb. bei den regelmäßigen Tropenstürmen. In den 1990ern legte der Oberste Stadthistoriker von Havanna, ein Dr. Leal Spengler, ein Sanierungsprogramm auf, das einen gewissen Teil sämtlicher Tourismus-Einnahmen in Havanna vereinnahmte und in konkrete Projekte zur Rettung der schönen Altstadt investierte. Erfreulicherweise wird hier aber keine Gentrifizierung bzw. Luxussanierung betrieben, es werden keine Bewohner vertrieben, ein Teil des Geldes wird in soziale Projekte in der Altstadt investiert. Diesen Spagat merkt man der Altstadt an, von den ca. 3000 historischen Gebäuden sind bis heute ca. ein Drittel saniert worden, einige Straßen sind so „hochglanzpoliert“, daß man sich in einem ganz anderen Land wähnt, daneben liegen wieder Straßen mit eher einfachen Gebäuden, von denen einige in katastrophalem Zustand sind. Aber überall wohnen Menschen, so daß man, sobald man in einen Innenhof tritt, einen kleinen Einblick in das Leben der „Locals“ bekommt, und überall sitzen Leute vor Ihren Häusern auf der Straße und kochen und essen. An vielen Stellen hat man Schilder mit vorher/nachher-Bildern der Altstadt aufgestellt. Was da in den letzten 20 Jahren geleistet wurde, ist schon beeindruckend.

Anders als sonst in Kuba war die Altstadt wirklich voll von anderen Touristen, gerade auf den „Hauptachsen“, die die Sehenswürdigkeiten verbinden, also insbesondere die Plaza de San Francisco de Asis, Plaza Viéja, Calle Obispo, Calle San Ignacio. Später fanden wir heraus, daß gerade ein großes TUI-Kreuzfahrtschiff seine 3.500 Gäste in die Altstadt gespuckt hatte. In der Altstadt reiht sich Nobelhotel an Restaurant und Café, dazwischen die unvermeidbaren Bars, darunter so berühmte wie die Bodeguita del Medio und die Floridita, letztere für die Erfindung des Daiquiri und beide für ihren Stammgast Ernest Hemingway bekannt.

Nach einem Snack in einem Café an der Plaza Vieja mußten wir alle Geld am Bankomaten holen. Hier brachten Karsten und ich GLEICHZEITIG das Kunststück fertig, unsere Karten im Automaten zu vergessen….muss man erstmal hinkriegen. Glücklicherweise war Philipp noch liquide und konnte uns für die letzten 2 Tage aushelfen. Wir zuckelten noch ein bißchen durch die Altstadt und fuhren dann in den Paladar La Fontana in Miramar, eine zum Restaurant umgebaute Villa, sehr empfehlenswert, relativ ausgefallene Küche, sehr angenehmes Ambiente und angemessene Preise (leider keine Fotos gemacht).

V. 2. Tag in Havanna

Für den zweiten Tag war das weitere Pflichtprogramm vorgesehen, u.a. der Zentralfriedhof, berühmt für seine elaborierten Mausoleen reicher Familien.

VI. Havanna Céntro

Havanna Centro

Danach besuchten wir die Plaza de la Revolución. Dieser Platz ist zwar riesig, besteht aber eigentlich nur aus einer Art Obelisk zu Ehren der Revolution von 1959 und großen Konterfeis von Fidel, Che und Camilo Cienfuegos an Hauswänden am Rand des Platzes. Nach den obligatorischen Poser-Fotos spazierten wir an den Parque Centrál und flohen aus der doch ziemlich knallenden Mittagssonne auf die Pool-Dachterrasse des Hotel NH Parque Centrál Torre. Von dort aus hat man einen großartigen Blick auf das Capitolio Nacionál, Centro und das Meer. Und dort gab es auch endlich mal wieder WLAN gab. Internet ist schwierig auf Kuba, selbst wenn es WLAN gibt, kann man sich nur mit dem Code einer Prepaid-Karte einwählen und die Verbindung ist eher langsam.

Anschließend besuchten wir das Museo de la Revolución, das im ehemaligen Präsidentenpalast untergebracht ist. Das Gebäude macht dem Wort Palast alle Ehre! Innen finden sich zahlreiche Exponate zur kubanischen Revolution gegen das Batista-Regime, viele Fotos aus den 1960ern mit Ché und Fidel, dazu Uniformen, Dokumente zur Erfüllung irgendwelcher 5-Jahres-Pläne, Fotos aus Auslandseinsätzen der kubanischen Armee in Angola, Äthiopien etc.. Das ganze ist zwar etwas „einfach“ gemacht und oft sehr angestaubt, aber doch ziemlich interessant. Schräg sind die Dioramen mit den lebensgroßen Ché Guevara und Camilo Cienfuegos im Dschungel. Im Garten des Palasts sind einige alte Flugzeuge, Panzer, Autos sowie ein Nationalheiligtum ausgestellt: Die 18m lange Yacht „Granmá“, mit der Fidel und 80 weitere Kämpfer im Jahr 1956 von Mexiko nach Kuba übersetzten, um ihren Kampf gegen Bastita zu beginnen.

Vom Museum aus flanierten wir nochmal den Malecón runter und in die Bahia de Habana bis zur Plaza San Francisco de Asis. Auf diesem historischen Platz war überraschenderweise eine Ausstellung der dämlichen „Buddy-Bären“, mit denen Berlin an vielen Stellen verschandelt wurde. Hier standen ca. 180 von denen in Reih und Glied, jeder repräsentierte ein Land der Erde….

Am späten Nachmittag hatten wir noch ein bißchen Zeit totzuschlagen, also machten wir das, was auch fast jeder Tourist in Havanna macht: Ein Cabrio-Taxi mieten und sich durch die Gegen chauffieren lassen. Das Zentrum von Havanna kannten wir mittlerweile, also baten wir den Fahrer, uns durch Playa und Miramar, noble Stadtteile westlich von Vedado, zu kutschieren. Dort stehen viele Botschaften und Botschafterresidenzen.

VIII. Restaurant La Guarida

Für den Abend hatte netterweise Philipp, auf einen Tipp von Freunden hin, die kurz vorher in Havanna gewesen waren, einen Tisch im „La Guarida“ klargemacht. Das „La Guarida“ gilt als das beste und außergewöhnlichste Restaurant in Havanna und ist u.a. bekannt aus dem Film „Erdbeer & Schokolade„. Das Restaurant ist in einem Palais aus dem frühen 20. Jahrhundert untergebracht. Im Erdgeschoss und im Saal im ersten Stock sieht es aus wie „Dresden 1945“, eine Ruine, ob strahlt alter Glanz. Holzgetäfelte Wände, Antiquitäten, Bilder, Kitsch, eine sensationelle und sehr stylische Dachterrasse. Die Gäste verteilen sich auf mehrere Zimmer, die teilweise an offene Balkone grenzen. Das ganze ist sehr geschmackvoll gemacht und hat immensen Flair. Auch das Essen war ausgefallen und gut, aber in erster Linie geht man da wegen der Location hin. Unbedingt vorher reservieren! Danach gingen wir runter an den Malecón, wo sich abends Hunderte von jungen Kubanern zum „Abhängen“ treffen. Aus unerfindlichen Gründen entwickelte ich auf diesem Marsch auf der Suche nach einer Bar oder einem Café (schwierig) in meinen auf zahlreichen Reisen erprobten Sneakern fette Blasen an den Füßen, was meine Laune erheblich verschlechterte. Na ja, irgendwann landeten wir in einer unheimlich doofen Hoteldisco im 25. Stock. Dort war es so schlimm, daß wir unseren überteuerten Drink schnell hinter uns brachten und in die Casa fuhren.

IX. 3. Tag in Havanna

Castillo San Carlos de Cabaña

Am nächsten Morgen fuhr Jürgen früh los Richtung Varadero, weil sein Flug einen Tag früher als unserer ging. Wir nahmen die Fähre von der Altstadt rüber zur Festung Castillo San Carlos de Cabaña auf der anderen Seite der Bucht, Teil des Parque Histórico Morro. Von dieser Anhöhe hatten die Briten Havanna mal monatelang mit Kanonen beschossen, nach dem Abzug der Briten wollte man eine Wiederholung verhindern und baute eine sehr mächtige Verteidigungsanlage auf den Hügel, auch um den Eingang zum Hafen zu bewachen. Die Anlage ist tatsächlich ziemlich riesig mit meterdicken Mauern, Kasernen und Kanonen. Aus irgendeinem Grund waren an diesem Tag aber alle Läden, die sich auf den Straßen der Festung finden, geschlossen und außer uns war auch kaum einer da. Dennoch ein netter Spaziergang und eine schöne Aussicht auf Havanna.

Am späten Nachmittag fuhren wir zur FAC, der Fábrica de Arte Cubano. Ein ehemaliges Fabrikgebäude, das auf mehreren Etagen zeitgenössische kubanische Kunst ausstellt, dazu gibt´s eine Konzerthalle, mehrere Bars, Lounges und ein Kino. Ein sehr netter Ort, um Zeit totzuschlagen, gut gemachter Laden! Direkt nebenan liegt das Restaurant „El Cocinero„, erkennbar am großen Backstein-Schornstein. In den ersten beiden Etagen befindet sich das „noble“ Restaurant, teilweise outdoor auf einer Terrasse, teilweise innen. Leider bekamen wir einen Tisch innen zugewiesen, obwohl der Laden noch vollkommen leer war, daher zogen wir um auf das dazugehörige „weniger noble“ Restaurant auf der Dachterrasse. Eine wirklich gute Entscheidung: Klasse Ambiente, viele junge Leute, gutes Essen, das für die Location und das Ambiente recht günstig war. Kein Vergleich zum La Guarida oder La Fontana, aber das Gesamtpaket stimmte an diesem Abend.

X. Nach Mantanzas via Playas del Este

Playas del Este

Nach 3 Tagen in Havanna mußten wir uns mal langsam zurück Richtung Flughafen Varadero begeben. Die Vorstellung, nochmal in Varadero zu übernachten, war nicht sonderlich attraktiv. Wir hatten die ganze Reise über mit unserem Bekannten Pere, den wir in Trinidad kennengelernt hatten, Kontakt gehalten. Er war mittlerweile in Matanzas, der Provinzhauptstadt westlich von Varadero, angekommen und lud uns dorthin ein. Der Chef unserer Casa in Havanna hatte uns ein Auto organisiert, wir wollten aber nicht auf direktem Wege nach Matanzas düsen, sondern einen 3-4stündigen Zwischenstopp an den Playas del Este, also den Stränden östlich von Havanna machen, die nach unseren Recherchen fast so schön wie die von Varadero sein sollten, was auch eindeutig zutraf, nochmal Karibikflair pur am letzten Tag.

Matanzas entpuppte sich als nettes kleines Städtchen, zwar ohne wirkliche Sehenswürdigkeiten (für die Bootstour auf dem umwaldeten Fluß in der Nähe fehlte uns die Zeit), aber eben sehr „authentisch“ kubanisch.

Downtown Matanzas

Pere nahm uns mit in einen Paladar einer Bekannten, die ein sehr schickes Haus direkt am Meer hatte, wo wir mit kiloweise Shrimps zugeschaufelt wurden. Als Gimmick gab es dort eine Treppenstiege, die von der Rasenterrasse runter in eine Art Grotte führte, in der die Meeresbrandung rauschte. Auch noch nicht gesehen. Danach zeigte uns Pere die „hipste Bar“ von Matanzas, das „Bistró Kuba“, ein lustig illuminierter Laden nahe der Hauptstraße. Pere ist zwar kein Kubaner, wurde aber überall wie einer behandelt. Daher bekamen wir die Getränkekarte, die für Kubaner vorgesehen ist, nicht die für Touristen. Auf dieser waren die Cocktails geradezu lächerlich günstig, Mojito schlug mit 2,00 CUC zu Buche, Cuba Libre mit 1,50 CUC. Wir konnten uns beim Betreiber des Ladens noch beliebt machen, indem wir 2 pakistanisch-stämmige Engländer, die oben ohne rumsaßen und sehr laut krakeelten, sie könnten machen was sie wollten, mit etwas entschiedenem Zureden überzeugen konnten, sie möchten doch jetzt lieber ins Bett gehen.

Den nächsten Vormittag verbrachten wir mit kleinen Einkäufen und Flanieren, aber hier in Matanzas sah man die teilweise Mangelwirtschaft auf Kuba doch recht deutlich, die wenigen Läden hatten so gut wie keine Waren in den Auslagen, auf der Straße vor dem einzigen Kaufhaus wurden einem kurioserweise gebrauchte Betten und Schränke anhand von Fotos angeboten. Insgesamt waren die 24h in Matanzas ein schöner, ruhiger Ausklang der Kubareise. Die Dame unserer Casa brachte uns die 35km zum Flughafen von Varadero, Karsten konnte mit einem simplen Trick die ca. 100m lange Warteschlange am Check-In umgehen und ZACK waren wir wieder in Berlin.

XI. Résumé:

Kuba ist definitiv eine Reise wert. Und zwar eher bald als erst in einigen Jahren! Man merkt, daß alle in den Startlöchern stehen für große Veränderungen, sowohl die Kubaner als auch Ausländer, die hier investieren wollen (wir haben z.B. einen Holländer getroffen, der mit seiner kubanischen Ehefrau im großen Stil Häuser in Havanna kauft, der berichtete trotz bürokratischer Hürden von Anzeichen einer Immobilienblase). Sobald die Regierung ihre Liberalisierung noch ein wenig weiter treibt (und das wird sie wohl müssen), werden sich dort viele Dinge ändern, manche schneller, manche langsamer.

Kuba ist überraschend vielseitig, wir haben ja nur 4 Stationen auf unserer Reise gehabt, aber die waren sehr unterschiedlich. Wir haben es leider nicht bis in den äußersten Südosten, Richtung Santiago de Cuba, geschafft, dort soll es noch einmal ganz anders sein als im Westen in der Insel. Kuba ist eine großartige Mischung aus Kultur, Landschaft, Menschen, Musik, Stränden und Rum, viel Altes, wenig Neues. Vieles liegt nah beieinander, man kann morgens in Museen und nachmittags an den Strand, es gibt Ecken, die sind unverkennbar sozialistisch geprägt, mit all den Einschränkungen, die das so mit sich bringt, dann wiederum gibt es Gegenden oder Läden, in denen man sich wie in Miami oder Bogotá vorkommt, so modern, „westlich“ und schick ist es dort. Kuba hat definitiv eine Mittelklasse, die sich was leisten kann, vor allem in Havanna. Dann wieder ist man in Gegenden, in denen wenige Autos, zu 90 Prozent alte, klapprige und wunderschöne amerikanische Straßenkreuzer auf der Straße fahren, ansonsten nur russische Lkw (die oft als Sammeltaxi fungieren) oder Pferdekarren (ich hab noch nie mehr Eselskarren oder Pferdekutschen als auf Kuba gesehen, bislang hielt den Rekord Äthiopien). An vielen Stellen fühlt man sich auf Kuba wie auf einer kleinen Zeitreise. Die Karibik hat mich bislang nie groß interessiert, aber Kuba hat wirklich was zu bieten, Geschichte und Kultur, verpackt in den „Socialismo Tropicál“, eine sehr interessante Mischung.

Es ist gut, wenn man mehr als ein paar Brocken Spanisch kann, denn Englisch ist nach wie vor (insb. in den kleineren Städten) trotz des guten Bildungssystems nicht wirklich verbreitet. Die Kubaner sind ziemlich kontaktfreudig und Fremden gegenüber sehr aufgeschlossen. Sehr gern erzählen sie einem von den kleinen Tricks, die sie im Alltag so anwenden, um dies oder das zu organisieren oder ein bißchen Geld zu verdienen.

Transport ist so ne Sache auf Kuba: Es gibt zwar moderne Busse, die die Hauptstrecken bedienen, nur sind die sehr zeitraubend, wir sind daher bis auf die erste Strecke Varadero-Trinidad alles mit gemieteten Autos mit Fahrer gefahren. Die Zugverbindungen sind wohl (so berichtetet Jörg, der Österreicher) eine Erfahrung wert, aber bei knappem Zeitbudget nicht wirklich zu empfehlen. Nach Santiago de Cuba kann man für kleines Geld fliegen, aber auch da werden Flüge gern mal anulliert. Taxis vor Ort sind überall problemlos zu bekommen, es gibt offizielle und daneben ist so ziemlich jeder Kubaner mit Auto nebenbei Taxifahrer.

Was die Quartiere angeht, kann ich – wie alle Reiseführer – nur empfehlen, offizielle Hotels zu meiden und in Casas zu wohnen. Letztere kosten standardmäßig 20,00-25,00 CUC und viele sind (etwa in Trinidad oder Havanna) sehr schön gelegen. Gleiches gilt für Restaurants, wobei man staatliche Restaurants, in denen man mit CUP bezahlt, also Tourist eh kaum findet, wir waren ausschließlich in Paladares. 

So, das war´s mit Kuba. Bei Anregungen, Kritik, Korrekturen freue ich mich über einen Eintrag ins Gästebuch und über eine Bewertung über den nachfolgenden Button.

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