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Beliebt und das aus gutem Grund: Manuel Antonio Nationalpark

Manuel Antonio

Auf unserer Costa Rica Rundreise im November/Dezember 2016 durfte ein Besuch im Manuel Antonio Nationalpark nicht fehlen, auch wenn er für uns so gar nicht auf der Route lag. Aber der Park klang einfach zu gut um ihn auszulassen.

Der Antonio Nationalpark kann mit gleich zwei Superlativen aufwarten: Er ist mit gerade mal 7 Quadratkilometern der kleinste Nationalpark in Costa Rica. Gleichzeitig ist der an der Pazifikküste gelegene Park auch der meistbesuchte des Landes, was zum einen an der guten Erreichbarkeit von der Hauptstadt San José liegt, zum anderen gibt es wohl keinen anderen Ort in Costa Rica, an dem man sich so sicher sein kann, nahezu mühelos unheimlich viele verschiedene Tiere zu Gesicht zu bekommen. Der Park besteht besteht fast vollständig aus tropischem Regenwald, der bis an die sehr schönen Stränden heranreicht, dazu kommen ein paar Inseln vor der Küste, die ebenfalls zum Schutzgebiet gehören.

Okay, klingt gut, wie komme ich da hin?
Der Nationalpark liegt ca. 115 km südlich der Hauptstadt San José an der Pazifikküste Costa Ricas, mit dem Auto sind trotz guter Straßen ca. 3,5 Stunden zu veranschlagen. 

TIP 1: Wer von Westen anreist, z.B. von der Halbinsel Nicoya, sollte einen Zwischenstopp an der Brücke bei Tarcoles nicht verpassen, direkt unter der Brücke liegen meist ein Dutzend großer Krokodile am Flussufer. Man kann die Brücke nicht verfehlen, weil in der Mitte immer Kroko-Watcher herumstehen.

Krokodile im Rio Tarcoles

TIP 2: Im kleinen Ort Manuel Antonio herrscht wegen des Andrangs immer akute Parkplatznot. Auf der Fahrt durch den Ort werden Euch immer wieder Leute vor´s Auto springen, um Euch auf deren eigene Parkplätze zu lotsen. Wir haben alle ignoriert und ganz am Ende der Straße (dort fährt man in einen Kreisel vor einem Hotel) auf einem großen Parkplatz direkt am Eingang des Parks für einen fairen Kurs geparkt.

Der Eintrittspreis für den Park beträgt 16 USD, Kinder unter 12 Jahren dürfen für lau rein. Zusammen mit dem Ticket erhält man eine kleine Karte zu den verschiedenen Wanderstrecken im Park.

Schon vor dem Parkeingang ging es los mit dem Wildlife.

Und dann? Was gibt´s da so zu sehen?
Wir betraten den Park über eine ziemlich gut ausgebaute Dirt Road, die von dichtem Grün gesäumt wird. Und dann ging es auch schon los, kein Witz, gleich hinter der ersten Kurve erspähten wir direkt über dem Hauptweg unser erstes Faultier, das hoch oben in einer Astgabel saß und tat, was FAULtiere halt so tun: NIX!. Das Tier war so perfekt positioniert, daß wir mit einigen anderen Besuchern witzelten, das Faultier sei eine Attrappe oder zumindest an dieser Stelle festgeklebt.

Das erste Faultier. Strategisch günstig positioniert, ca 200m hinter dem Parkeingang ;-)

Die Faultiere sind natürlich die Stars des Parks, aber es gibt noch viele andere sehenswerte Tierarten, darunter zig Vogelarten, Affen, Leguane, Nasenbären, Waschbären und Gürteltiere. Einige Tierarten sind für das ungeübte Auge nicht ganz einfach zu finden, daher ist es sicher keine schlechte Idee, einen Guide anzuheuern (ca. 50 USD) oder man wandert einfach seine Trails ab und schaut eben, wo andere Besuchergruppen herumstehen: Da sind dann die nächsten Tiere.

Einige Tierarten des Parks sind allerdings überhaupt nicht schwer zu finden, da sie sich bevorzugt in der Nähe des Hauptstrands aufhalten und wenig Scheu vor Menschen haben. Das gilt insbesondere für die Kapuzineräffchen. Das Verhalten der Äffchen kann ich nur als ambivalent bezeichnen: Eine Affenmutter mit Jungem auf dem Rücken hat uns über eine längere Strecke auf dem Geländer am Wegrand begleitet, hat mit uns angehalten und ist weitergegangen, ansonsten aber so getan als seien wir überhaupt nicht anwesend.

Kapuzineräffchen

Von den vielen exotischen Vogelarten, die auf den Hinweisschildern am Parkeingang zu sehen sind, haben wir so gut wie nichts gesehen. Sie müssen aber da sein, denn es waren überdurchschnittlich viele „Birders“ mit gigantischen Teleobjektiven und passender Fachliteratur unterwegs.

Sobald wir von den drei Hauptwegen auf kleinere Wanderwege (alle bestens markiert) abbogen, hatten wir den Wald fast für uns allein. Obwohl die Wege jeweils nur 1-2km lang sind, gibt es andauernd etwas zu sehen. Gut, manchmal ist es nur Wald, aber tropischer Regenwald ist ja für sich schon schön. Ich hatte aber schon den Eindruck, daß es mit zunehmender Entfernung von den Hauptwegen deutlich schwieriger wird, Tier zu entdecken, vermutlich weil die Tiere dort scheuer sind. 

Als wir nach ein paar Stunden genug vom Wandern in tropischen Temperaturen hatten, sind wir runter zur paradiesischen Playa Manuel Antonio spaziert, um dort die Füße ins Wasser zu halten.
Aber aus Ausruhen wurden nichts, denn unmittelbar vor dem Strand hing diese fotogene Faultier-Mutter mit ihrem Jungen über dem Pfad. Den beiden bei ihrem – gar nicht mal so langsamen – Weg durch die Baumwipfel zuzusehen, dauerte dann auch wieder etwas länger. 

Auch unten am Strand ging es weiter mit dem Wildlife: Mehrere Kapuzineraffen-Clans bevölkerten die angrenzenden Büsche und freuten sich, wenn ihnen ein Tourist den Wasserhahn an einem der Wasserspender aufdrehte. Kurioserweise haben die Affen mittlerweile gelernt, die Hähne wieder zuzudrehen, können sie anscheinend aber nicht öffnen.

Am Strand streunerten auch mehrere Waschbären herum, denen es offensichtlich viel zu heiß war, was sie aber nicht davon abhielt, immer wieder mal die Taschen von Badegästen auf der Suche nach Essbarem zu durchstöbern.

Wenn gerade mal keine Viecher zu sehen sind, dann gibt´s auch noch andere Facetten der Natur zu bestaunen.

Am Ende unseres Besuchs wanderten wir noch einmal in einen entlegeneren Teil des Parks und hatten das Glück, daß vor uns eine kleine Gruppe junger Deutscher mit einem sehr kompetenten Guide lief, der im dichten Grün andauernd Tiere wie das Faultier unter diesem Absatz fand, während wir immer nur auf eine grüne Wand starrten. Und wie sich das gehört, haben wir ihm am Ende der Strecke ein Trinkgeld gegeben, nachdem wir uns – willkommenermaßen – fast drangehängt hatten an die andere Gruppe.

Faultier (vermutlich kriminell)

Direkt vor dem Eingang zum Nationalpark, neben dem o.g. Parkplatz, liegt dieser paradiesisch schöne Strand….

…..der nicht nur bei Menschen beliebt ist.

Fazit:
Der Manuel Antonio Nationalpark ist definitiv einen Tagesbesuch wert, denn er ist paradiesisch schön, voller Tiere und perfekt ausgebaut. Ich würde sagen, der Park ist ein „Must See“ in Costa Rica. Wie gesagt, wenn es Euch an einigen Stellen wie z.B. an den Stränden oder auf dem Hauptweg zu voll wird (voll ist hier relativ gemeint), dann wandert einfach auf den kleineren Pfaden, die habt Ihr fast für Euch alleine.

Für Fotografen ist Manuel Antonio ein Paradies, allerdings solltet Ihr schon ein etwas längeres Tele-Objektiv dabeihaben, ich hatte ein günstiges und kompaktes Tamron 80-300mm f3.8-5.6 dabei, das brauchbare Resultate geliefert hat.

Wer noch ein bißchen mehr zum Manuel Antonio lesen möchte, kann bei meinen Freunden von findinghummingbirds.de vorbeischauen.

Ich freue mich wie immer über Kritik, Korrekturen, Lob und Anmerkungen.

2 Kommentare

  1. Ja…Manuel Antonio ist eine Perle. Hat uns auch super dort gefallen. Vielen lieben Dank für die Verlinkung. :-)

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