Myanmar

Burma oder Myanmar oder Birma oder wie oder was? (April 2012)

Burma (Quelle: Wikimedia Commons)

Burma stand schon ungefähr seit 1995 auf meiner „Wunschliste“ von Ländern, die ich mir unbedingt ansehen wollte. Die Tempel von Bagan, der Inle Lake und das Bergland reizten schon damals sehr. Immer wieder mal kam es in die nähere Auswahl, gerade weil ich fast alle anderen Länder Südostasiens schon bereist hatte, aber das burmesische Militärregime klang dann irgendwie doch immer zu abschreckend und unsympathisch, um dort die Touristendollars hinzutragen. Gerade weil überall zu lesen war, daß fast alles Geld, was man als Tourist dort ausgibt, direkt beim Militär, das weite Teile der Wirtschaft kontrolliert, landet.

Nach Jahrzehnten der Isolation (verbunden mit internationalen Sanktionen) setzte 2010/2011 ein Demokratisierungsprozeß ein und es schien eine wirklich gute Idee zu sein, möglichst bald nach Burma zu fahren, bevor „alle da waren“ und sich das Land vollkommen veränderte. Wie schnell sich Länder verändern können, hatte ich in den 1990ern in Thailand während der zahlreichen Besuche miterleben können. Also nix wie hin, dachten sich Karsten, Jürgen und ich. Frank klinkte sich etwas später ein, er wollte nach 4 Tagen zu uns stoßen.

Kurz zu den unterschiedlichen Namen Burma, Birma und Myanmar:

Sowohl „Bama“ als auch „Myanma“ sind Bezeichnungen für die größte Volksgruppe im Land, die „Bamar“. Die britischen Kolonialherren übernahmen „Bama“ dann (mit sehr dumpfem ersten Vokal) als Landesname in der Transskription „Burma“, im deutschen Sprachraum wurde das Land „Birma“ genannt. Im Jahr 1989 benannte das Regime den Landesnamen in „Republik der Union Myanmar“ um, um sich als selbstbewußter Staat zu präsentieren, der die Kolonialzeit endgültig überwunden hat. Im angelsächsischen Sprachraum wird aber oft noch die alte Bezeichnung „Burma“ verwendet und auch Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi sprach sich für die Beibehaltung von „Burma“ aus, weil das Volk an der Umbenennung keinerlei Anteil hatte. Ich bleibe (bis auf den Seitentitel) auch bei „Burma“.

I. Vorbereitungen

Shwedagon Pagode, Rangoon

Das Visum konnten wir problemlos direkt bei der burmesischen Botschaft in Berlin innerhalb von 5 Tagen für 25 EUR bekommen. Vor Reisen nach Burma war aber 2012 (und wohl nach wie vor) eine Vorbereitung von wichtiger Bedeutung: Man muss sein gesamtes Bargeld bereits in US-Dollar ins Land bringen. Denn wegen der Sanktionen ist Burma nicht an die Systeme von Maestro/Cirrus/Visa angeschlossen, an keinem Automat in Burma bekommt man mit einer unserer Karte Bargeld, alles läuft nur über Geldwechsler. Und die Scheine müssen absolut makellos sein, gewissermaßen druckfrisch. Auf dieses scheinbar sinnlose Details sollte man peinlich genau achten, selbst nagelneue Scheine, die einmal in der Mitte gefaltet wurden, werden teilweise nicht akzeptiert, weil sie sonst bei der Zentralbank von den Geldwechslern nicht weiterverkauft werden können. Wir haben uns damit beholfen, die Scheine jeweils in Tranchen zwischen Buchseiten zu legen, das hat sie ausreichend geschützt.

II. Ankunft in Rangoon

Mit Thai Airlines ging es ganz entspannt von Frankfurt mit kurzem Zwischenstop in Bangkok nach Rangoon. Wegen der Isolation und (vermuteten) Rückständigkeit Burmas hatten wir einen ordentlich abgehangenen Flughafen erwartet, aber zu unserer Überraschung war der Yangon International Airport ziemlich modern und mit viel Werbung von Weltkonzernen wie Samsung zugepflastert. Die Immigration Area war jedenfalls nagelneu und vollständig computerisiert, hochmodern wurden sogar mit Webcams von jedem einzelnen Besucher gemacht.

Auf der Fahrt zu unserem Hotel in Rangoon (Yangon) änderte sich dieser erster Eindruck überraschender Modernität aber gleich. Es sind für eine Hauptstadt erstaunlich wenig Autos unterwegs und die allermeisten davon waren sehr betagte japanische Modelle. Nur selten sah man mal neue(re) japanische oder chinesische Autos. Auffällig waren auch die sehr schön wirkenden Kennzeichen mit der eleganten burmesischen Kringelschrift. Und die Stadt war auffällig sauber und gepflegt, mehrmals sahen wir Kolonnen von Arbeitern, die die Straßen reinigten. Sowas kannten wir aus dem benachbarten Indien schonmal gar nicht. Die Fahrt in die Innenstadt war ein erster schöner Eindruck von Rangoon inkl. Blick auf die Shwedagon Pagode, das Wahrzeichen Burmas. Unser Dreier-Zimmer im Hotel XXXX war wegen der zentralen Lage und dem schönen Blick auf eine Pagode okay, aber nicht berauschend.

→ HIER geht´s weiter nach Rangoon

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