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Tipps für Reisen nach Norwegen

Ich habe hier ein paar Tipps zusammengestellt, die mir beim Schreiben meines Reiseberichts zu Norwegen eingefallen sind. Ich erhebe natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ich kriege auch kein Geld für die Nennung bestimmter Produkte.

Reiseführer/Karten:
Wir waren mit dem Lonely Planet Norway unterwegs, hat sich wie immer bewährt, auch wenn es die Ausgabe von 2009 war. Dazu hatten wir den ADAC Reiseführer Plus dabei mit einer brauchbaren Karte, dazu noch eine große Karte aus dem Marco Polo Verlag (Maßstab 1:800.000). Wer mit dem Auto unterwegs ist, sollte ein paar Euro in gutes Kartenmaterial investieren, denn es gibt unzählige kleine Verbindungsstraßen, die oft viel Strecke sparen oder landschaftlich schöner sind als die Hauptstraßen.

Verpflegung:
Simone und ich hatten vor der Abfahrt zwei große Kisten Lebensmittel mit allem, was man so braucht als Selbstversorger, eingekauft. Also den Grundstock an Lebensmitteln wie Nudeln, Dosentomaten, Oliven, Zwiebeln, Knoblauch, Milch, Kaffee, Tee, Müsliriegel, Tütensuppen, Studentenfutter, Müsli, haltbare Salami, Apfelschorle usw. und ein paar Fertiggerichte, falls wir mal überhaupt keine Lust auf Kochen hatten (kam aber nicht vor). Das Komplettset hat insgesamt 120,00 EUR gekostet.

Vor Ort haben wir dann ab und zu frische Sachen nachgekauft, Obst, Gemüse, die sehr guten großen Joghurts, Getränke, Lachs, Milch. Für solche kleinen Einkäufe, die in 2 Tüten passen, ist man meistens trotzdem schnell 30 oder 40 Euro los. Einigermaßen gutes Rindfleisch ist kaum zu bezahlen, 400 Gramm können auch locker 30 oder 50 EUR kosten. Wenn es einen auf der Tour in die Nähe von Schweden verschlägt (uns nicht), sollte man in Schweden die Vorräte auffüllen, das machen die Norweger auch so. Wer eine Angel hat, sollte sie unbedingt mitnehmen, auf den Lofoten haben die Nachbarn abends ihr Essen immer selbst gefangen.

Autofahren:
Autofahren ist total entspannt in Norwegen. Das liegt zum einen an den guten Straßen, zum anderen am Tempolimit von 80km/h und vor allem am Fahrstil der Norweger. Keiner drängelt (weil eh jeder die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 40, 60 oder 80 ausreizen kann), keiner überholt doof, so richtig viel Verkehr ist auch nicht. Haarig wird es eigentlich nur, wenn Lkw mit ins Spiel kommen, die sind flott unterwegs und kennen die Abmessungen ihrer Fahrzeuge genau, was auf engen Küstenstraßen zu kleinen Schreckmomenten führen kann. Gleiches gilt in manchen der Tunnel.

Apropos Tunnel, ich kenne kein Land, in dem es so viele Tunnel gibt wie in Norwegen. Nicht nur an Hauptachsen, sondern jedes popelige Nest am einen Fjord wird durch 2 oder 3 oder 10 Tunnels, die zwischen 300m und 5km lang sind, verbunden. In manchen Gegenden hat man das Gefühl, man ist mehr unterirdisch als draußen unterwegs. Die alten Tunnel mit den rohen Steinwänden und runden Deckengewölben sind die, in denen man hofft, es kommt kein Lkw entgegen. Mal sind sie gut ausgeleuchtet, mal gar nicht. Unser Highlight war ein 6km langer, nagelneuer Tunnel, der blau ausgeleuchtet war wie eine Raumstation und kurz vor dem Ende eine Kreuzung mit Kreisverkehr hatte! In einem Tunnel!

Eine Regel sollte man für Norwegen beachten: Es dauert immer alles länger als man vorher dachte. Die einfache Rechnung „60-80km in einer Stunde mal Anzahl der Stunden“ haut nie hin. Es gibt einfach zuviele Stellen zum Stoppen, die Durchfahrten durch kleine Orte (Tempo 40) ziehen den Schnitt runter oder es ist mal ein langsamer Lkw oder Wohnwagen vor einem, den man eben nicht überholen kann. 500km an einem Tag zu fahren, sind schon wirklich viel für Norwegen. Ein Tempomat ist eine segensreiche Erfindung für solche Fahrten, schon damit man das Tempolimit einhält. Wird man geblitzt, wird es richtig teuer, ab 150 EUR aufwärts.

Maut:
Einige der wichtigen Strecken (z.B. Autobahn Oslo Richtung Lillehammer) sind mautpflichtig. Man meldet sich vorher über das Internet an, es werden 30 EUR als Deposit abgebucht und dann muß man sich um nix mehr kümmern. Die Kameras an den „Automatiske Bomstation“ scannen die Nummernschilder und buchen die Teilbeträge ab. Wenn die 30 EUR aufgebraucht sind, wird wieder abgebucht. Guthaben wird nach ca. 6 Wochen automatische erstattet. Nähere Infos gibt´s hier.

Mietwagen:
Wir waren ja glücklicherweise mit dem eigenen Auto unterwegs, aber wer sich mit dem Gedanken trägt, nach Norwegen zu fliegen und dort ein Auto zu mieten, muß sich auf einiges gefaßt machen: Mietwagen sind extrem teuer in Norge! Ein Golf o.ä. kostet für 2 Wochen locker über 1.000 EUR. In anderem Zusammenhang hab ich mich mal nach Angeboten im Nachbarland Schweden umgesehen und da kosten Mietwagen weniger als die Hälfte. Spielt also ruhig die verschiedenen Möglichkeiten durch. Wenn Ihr z.B. auf die Lofoten oder zum Nordkapp wollt, könnt Ihr für überschaubares Geld mit dem Billigflieger Norwegian oder SAS in den Norden Schwedens, z.B. nach Kiruna, fliegen, dort das Auto am Flughafen abholen und entspannt über die Grenze nach Narvik, die Lofoten oder Tromsö fahren. 

Tanken:
Trotz des Ölreichtums: Tanken ist teuer in Norwegen, 1 Liter Diesel kostet 1,50-1,60 EUR, Super schlägt mit 1,70-1,80 EUR zu Buche. Die aktuellen Preise könnt Ihr hier nachsehen. Das Tankstellennetz ist sehr dicht, fast jeder kleine Ort hat eine Tanke.

Bezahlen:
Kreditkarten gehen wirklich überall, die Norweger bezahlen sogar ihren Kaffee damit. ATMs gibt es an fast jedem Supermarkt und an jeder Tanke.

Hütte auf den Lofoten

Unterkünfte:
Einen Platz zum Schlafen zu finden ist kein Problem in Norwegen, höchstens eines des Budgets. Campingplätze sind fast überall zu finden, die meisten bieten auch Hütten an, Camping für 2 Personen kostet zwischen 25 und 40 EUR, Hütten kosten 30-90 EUR, je nach Lage und Standard. Hotels gibt´s in touristisch interessanten Gegenden (also fast überall) auch, die sind allerdings wirklich teuer, unter 100 EUR ist kaum eins zu finden, gern wird auch mal 200 EUR oder mehr aufgerufen. Und wie im Bericht bereits erwähnt: Wildcampen ist dank des Jedermannsrechts fast überall erlaubt.

Equipment: 
Das Zelt, das wir uns von unserem Freund Gilbert geliehen hatten, hat sich erneut sehr bewährt. Es heißt Quechua Base T Seconds, scheint aber nicht mehr lieferbar zu sein bei Decathlon. Das Ding ist schon ziemlich groß und sperrig, aber in 2min aufgebaut. Das Vorzelt ist so groß, daß man mit 1,81m locker drin stehen kann, bei Regen kann man es da auch drin aushalten. Die Bodenplane ist sehr zuverlässig bei Regen.

Vor der Reise haben wir uns bei Decathlon mit weiterem Campinggear eingedeckt.

Sehr bewährt hat sich unser neuer Klapptisch, der sich von 60x60cm auf 1,20x60cm vergrößern läßt und die beiden sehr günstigen (12,90 EUR) Klappsessel, ebenfalls von Decathlon. Gleiches gilt für die Leuchte für lumpige 9,90.

Empfehlenswert sind außerdem ein paar Kühlpacks, mit denen man eine Kühltasche bestückt. So bleibt z.B. geöffnete Milch und Butter mehr als einen Tag genießbar.

Hier fast der komplette Kram von Decathlon auf einem Bild :-)

Simone hatte sich vor der Reise ein bißchen mehr Komfort ausbedungen, also haben wir diese „luxuriöse“ Doppelluftmatratze (140x190cm) gekauft, die sich wirklich gelohnt hat. Da die wegen ihres Volumens niemand mit dem Mund aufpusten möchte, rate ich dringend zu dieser Akku-Pumpe, die am Zigarettenanzünder des Autos aufgeladen werden kann!

Zum Kochen kam wieder einmal mein bewährter MSR Whisperlite zum Einsatz, Kaffee haben wir in einem Drucksiebdingens von Ikea gemacht, diese Espressokannen reichen einfach nicht für 2 Leute. :-)

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