Florida Keys

1. Auf dem Overseas Highway über die Keys

Key-Bewohner

Am 3. Tag brachen wir von Miami auf in Richtung Florida Keys. Von Miami aus sind es ca. 160 Meilen bzw. 270km auf dem Highway US No.1, der ganz oben in Maine beginnt und in Key West endet (oder eben andersrum). Der Abschnitt ist auch als Overseas Highway bekannt. Anders als in meiner Vorstellung fährt man gar nicht mal soviel Strecke auf Brücken über das Meer, der allergrößte Teil der Straße verläuft auf den einzelnen Keys, die dann mit kurzen Brücken verbunden sind. Der Overseas Highway ist aber schon beeindruckend, vor allem wenn man bedenkt, dass die Strecke schon im Jahr 1905 eröffnet wurde, zunächst als Eisenbahnstrecke, nach einem Hurrikane im Jahr 1935 wurde die Straße gebaut.

Aber auch wenn man mehr auf Inseln als über´s Meer fährt, die Strecke ist landschaftlich ein Traum und hat seinen Status als „must-see“ vollkommen zurecht! An den meisten Stellen hat man türkisfarbenes Meer im Blick und kurze Abstecher vom Highway weg lohnen sich auch. Wir sind ein paarmal abgebogen und kleinere Straßen gefahren, an die wiederum unzählige künstliche Kanäle grenzten. Die Abfolge war fast immer gleich: Straße, Garten, schönes Haus, nochmal Garten, Steg und davor ein Boot. Ganz ehrlich: Zum neidisch werden, der Florida-Lifestyle hat schon was…

Auf dem Hinweg haben wir ansonsten nur wenige Stopps eingelegt, weil wir zeitig in Key West ankommen wollten. Nur auf Islamorada Key hielten wir bei einer großen Marina, bei der überall Pelikane rumlungerten, die offenbar auf die Reste der Fische, die Angler am Kai ausnahme, spekulierten. Und Angler gab es jede Menge, denn Islamorada Key nennt sich „Sports Fishing Capital of the World“.

2. Key West

Key West ist dann nochmal ganz anders als die Keys davor, im positiven Sinne. Die Ortschaften auf den anderen Keys sind meist am Highway entlang gebaut und teilweise recht unansehnlich (von den Häusern an den Kanälen mal abgesehen), Key West hingegen ist schachbrettmäßig angelegt und voller alter Holzhäuser in einem Stilmix aus Südstaaten und Karibik. Key West galt schon immer als ein Ort für Exzentriker und Aussteiger, in dem vieles anders als im Rest  der USA läuft. Heutzutage muss man allerdings ein sehr reicher Aussteiger sein, denn die Immobilienpreise sind exorbitant, was sich auch in den Hotelkosten niederschlägt. Wir hatten schon von Berlin aus über´s Internet ein Quartier unweit der Duval Street gebucht, das allerdings jeden Cent wert war.

Nachdem wir Quartier gemacht hatten, taten wir das, was jeder Tourist abends in Key West macht: Zum Mallory Square gehen und den Sonnenuntergang bestaunen und sich die verschiedenen Künstler, Artisten und Bands ansehen, die dort abends auftreten. Natürlich ist Key West sehr, sehr touristisch, aber der Ort ist einfach schön und strahlt eine sehr entspannte Atmosphäre aus, die auch durch die Horden von gründgewandeten und teilweise sehr betrunkenen anderen Touristen nicht getrübt wurde. Es war nämlich St. Patrick´s Day….

3. Die Unterkunft

Normalerweise mische ich immer nur ein oder zwei Fotos von Hotels oder Guesthouses in die Berichter, aber das Key West Bed & Breakfast hat ein paar mehr Bilder verdient.

Das Hotel, das in einem 3stöckigen viktorianischen Haus aus dem späten 19 Jhd. gelegen ist, ist von seiner Besitzerin sehr aufwendig restauriert und farbenfroh ausgestattet worden. Und anders als sonst oft in den USA zu sehen, ist das ganze sehr geschmackvoll geworden. Besonders schön ist der kleine tropische Garten hinter dem Haus, der auch als Frühstücksraum dient. Weil die Häuser alle eng beieinander stehen, hat kaum jemand einen großen Garten, aber aus diesem hier haben sie was gemacht! Auf jeden Fall eine Empfehlung, der Laden!

4. Downtown Key West

Am nächsten Tag sind wir einfach die Straßen abgelaufen und haben die schönen Häuser und Gärten bestaunt. Es gibt fast keine heruntergekommenen Häuser, alles ist gepflegt wie in einem „Museumsdorf“.

Eigentlich wollten wir auch ins Hemigway House (so ziemlich das größte Haus in Key West), aber die Warteschlange zog sich um den halben Block….Ähnlich sah es dem Poller, der den südöstlichsten Punkt der USA markiert, aus. Bestimmt 30 Leute warteten auf ihren Fotoklassiker. Auch dafür war uns die Zeit zu kostbar, ein Selfie von der Mauer aus tat es auch.

5. Rückweg

Auf dem Rückweg war es ein bißchen grauer als auf dem Hinweg, an ein paar Stellen haben wir gestoppt und uns die Brücken etwas näher angesehen. Pflichtstopp ist natürlich die Seven Mile Bridge, die Vaca Key mit Bahia Honda Key verbindet. Hier laufen die alte Brücke (eigentlich sind es drei einzelne) und die neue, 6,79 Meilen lange Brücke (1982 fertiggestellt) parallel über das Meer. Die Brücke ist sozusagen auch Filmstar, denn sie taucht in True Lies und in James Bond 007 – Licence to Kill auf. Den Eintrittspreis für den Bahia Honda State Park kann man sich meines Erachtens sparen, der Park bietet nur die Möglichkeit, die Lücke in der alten Brücke von unten anzuschauen und zu knipsen.

Auf dem Rückweg sind wir dann nicht mit der Hauptroute am Südende von Key Largo abgebogen, sondern haben uns für die nördliche Brücke entschieden. Ein Umweg, der sich nicht sonderlich gelohnt hat, da man wenig vom Meer sieht. In Homestead fanden wir relativ schnell ein Motel, das so ziemlich allen Klischees über mittelmäßige Absteigen, die man persönlich aus Filmen für sich entwickelt hat. Aber das Zimmer war riesig. Immer wieder merkwürdig ist die Angewohnheit der Amis, die Klimaanlage in nicht bewohnten Zimmern laufen zu lassen, damit der neue Gast nach dem Aufschließen nur ja keine 2min ungekühlt im Zimmer sitzen muss. Die Stromrechnung möchte ich nicht haben. :-)

HIER geht´s weiter in die Everglades

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