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Schweden mit dem Pickup-Camper

Der Sommer 2020….alles ging durcheinander wegen Corona. Das ging Euch sicher nicht anders, oder?

Eigentlich hatten mein Kumpel Daniel und ich ja schon im Januar ausgemacht, daß wir die erste große Tour mit „Heisenberg“, meinem Pickup-Camper (VW Amarok mit Wohnkabine), durch Norwegen fahren. Ende Mai sollte es losgehen. 

Aber schön spätestens im April war klar, das wird so nix, denn die Norweger waren die allerstrengsten, was Einreisebestimmungen anging, mindestens bis Mitte Juli war das Land für Touristen dicht. Als Alternative kamen wir relativ schnell auf Schweden. Bislang war Schweden in meiner Wahrnehmung (ich war nur in ein paar Ecken an der Küste und ganz im Norden) immer so eine Art lieblicher, netter, aber wenig spektakulärer Nachbar des „wilden Norwegens“. Aber schon bei der Recherche wurde uns schnell klar, daß Schweden auch richtig wild und abenteuerlich sein kann und das schon relativ weit im Süden, weit vor Lappland.

Dazu kommt, daß Schweden ein extrem campingfreundliches Land ist. Relativ dünn besiedelt bietet es jede Menge Campingplätze und wegen des sog. „Jedermannsrechts“ (das strenggenommen nur für Zeltübernachtungen gilt, aber weithin auch für motorisierte Camper toleriert wird) findet man Unmengen an phantastischen Plätzen zum Freistehen, meistens an einem Fluss oder See.

Also, los geht’s!

23. u. 24.6.32020: Berlin – Rostock-Warnemünde – Trelleborg – Westschären

Von Berlin aus ging es in 2,5h nach Warnemünde, wo wir auf sehr schön gelegenen Stellplatz „Mittelmole“ übernachteten, damit wir am nächsten Morgen schnell bei der Fähre von TT-Line sein konnten. Der Stellplatz an sich ist nichts besonderes, aber er liegt wirklich direkt an der Hafeneinfahrt von Rostock und in relativ kurzen Abständen kommen Fähren und Frachtschiffe vorbeigefahren, direkt vor Eurer Nase.

Auf dem Stellplatz in Warnemünde-Mittelmole
Direkt an der Hafeneinfahrt von Rostock-Warnemünde
Altstadt von Warnemünde

Wir verbrachten einen schönen Abend am Strand und in der kleinen Altstadt von Warnemünde. Die Ecke der Ostseeküste kannte ich bislang gar nicht, aber da fahre ich definitiv nochmal „so“ hin, sehr schön ist es da.

Am Mittwoch Morgen standen wir (sehr) pünktlich am Rostocker Hafen und konnten nach einer gewissen Wartezeit auf die „Huckleberry Finn“ nach Trelleborg einchecken. Bei den Fähren der TT-Line ist das Einschiffen mit einem Wohnmobil ziemlich einfach, denn durch ein geschicktes System von Rampen und Luken fährt man am Heck vorwärts auf das Ladedeck und bei Ankunft auch wieder vorwärts wieder raus. Kein nerviges Rangieren auf engstem Raum!

Am Strand von Warnemünde

Die rund fünfeinhalbstündige Überfahrt nach Trelleborg verbrachten wir bei strahlendem Sonnenschein überwiegend auf dem Sonnendeck, was für den ersten leichten Sonnenbrand gut war. Nach der Ankunft in Schweden fuhren wir schnurstracks auf die E6 und rissen die rund 300km bis Göteborg runter. Direkt hinter Göteborg suchten wir uns auf der Insel Tjörn in den Westschären einen sehr schönen Campingplatz (mit rund 40 EUR der teuerste der ganzen Reise) und genossen den lauen Sommerabend zwischen den kleinen Felseninseln .

Campingplatz auf der Insel Tjörn, Westschären

25.6.2020: Westschären – Haverud – Dalarna

Am nächsten Morgen verließen wir die Küste und fuhren ca. 120km ins Inland, bis an die Westküste des gigantischen Vänernsees.

Endlich konnte ich mal sehen, wie sich der Amarok mit Wohnkabine so auf „engem Geläuf“ schlägt. Da gab es nix zu meckern, er hat alle Hügel und die teilweise sehr kurvige Strecke souverän gemeistert. Aber wie schon auf den kleinen Testrunden in Deutschland bemerkt: Man fährt automatisch sehr viel ruhiger, flüssiger, entspannter mit so einem großen Setup, Heisenberg ist immerhin 6m lang und 3,05m hoch. Da kommt einem das Tempolimit von 70km/h bzw. 80km/h, das auf den meisten schwedischen Landstraßen gilt, gerade recht.

Nach ca. einer Stunde kamen wir beim Viadukt von Haverud an. Die Anlage ist schon etwas ganz besonderes, denn wo kann man ein Schiff ÜBER eine Brücke fahren sehen, über die auch noch eine Eisenbahn- und noch eine Straßenbrücke führt? Man muss gar kein großer Techniknerd sein um die Fähigkeiten der Ingenieure, die das im Jahr 1873 erbaut haben, zu bewundern.

Freundlicherweise wurden gerade 2 Boote durch die mehrstufigen Schleusen nach oben befördert, so daß wir alles vom Ufer des Kanals und von der Brücke aus verfolgen konnten. Da in der ersten Schleusenstufe das Wasser auch noch über eine extra Stufe innerhalb des Bassins fließt, sieht das Fluten ziemlich spektakulär aus. Und tatsächlich hatte eine der Damen auf dem Boot echte Probleme, das Sicherungsseil festzuhalten, als das Wasser angeschossen kam, ihr Mann schimpfte wie ein Rohrspatz, während wir Nicht-Wassertouristen von oben alles beobachten konnten.

Nach 2 Stufen Schleusen verließen die Boote die Schleusenkammer und fuhren über eine ca. 50m lange Brücke über die Schlucht. Ein beeindruckendes Schauspiel.

Fährt ein Boot ÜBER eine Brücke….

Nach diesem Ausflug in die Industriegeschichte fuhren wir weiter am Vänern hoch und insgesamt 175km weiter bis in das kleine Nest Gräsmark in der Provinz Dalarna, wo wir einen wunderschönen Campingplatz am See fanden. Beim Einchecken sagte uns die freundliche Schwedin an der Rezeption, wir könnten uns – im Gegensatz zu allen anderen Campern – gerne direkt vorne an die Kante stellen, dann hätten wir Seeblick. Gesagt, getan. Auch wieder ein genialer Campingspot!

Es war nicht alles schlecht in Schweden!
See- und Kirchenblick
Zeit für Nackensteak-Dürüm (Copyright! ebenso für Kjöttbollar-Dürüm)

Nach diesem – für schwedische Verhältnisse mit 31 Grad – wirklich heißen Tag trat zum ersten Mal das Problem mit dem Absorber-Kühlschrank in der Wohnkabine auf. Das Gerät kann mit 12V während der Fahrt, mit 230V Strom aus der Steckdose oder mit Gas gekühlt werden. Letzteres ist die effektivste Methode, aber genau da lag der Haken: Die Kühlung lief unregelmäßig, den Fehler konnten wir bis zum Ende der Tour nicht beheben, ab und zu lief die Kühlung, dann wieder nicht, nach Neustart dann doch wieder (mittlerweile weiß ich, daß es wohl daran liegt, daß die Mini-Flamme, die für den Kühlkreislauf sorgt, ab und zu ausgeht. Ist in Arbeit!). Daher mussten wir die mitgebrachten Fleischvorräte relativ schnell aufbrauchen. Aber das war nicht wirklich ein Problem!

26.6.2020: Gräsmark (Dalarna) – Fulufjället Nationalpark (Jämtland)

Unser nächstes Ziel sollte der Fulufjället Nationalpark im Westen der Provinz Dalarna, direkt an der Grenze zu Norwegen sein. Nachdem wir jetzt ab Berlin schon 3 Tage relativ viel gefahren waren, haben wir spontan entschieden, nur noch den „Katzensprung“ bis zum Tor des Nationalparks zu fahren und dann einen schönen Campingspot anzupeilen, die geplante Wanderung im Nationalpark mussten bis zum nächsten Tag warten.

Mit Hilfe der genialen App Park4Night fand Co-Pilot und Navigator Daniel eine ganze Reihe von Stellplätzen vor den Toren den Nationalparks, die von der nächstgelegenen Gemeinde „bespielt“ werden. Das bedeutet, daß die einzelnen Parkbuchten, jeweils direkt am malerischen Fluss, fast alle mit einem Picknick-Tisch, einem Unterstand und einem Plumpsklo (in erstaunlich gutem/sauberem Zustand!) ausgestattet sind. Und das ganze kostet: Null, nix, nada, niente! 

So eine „kommunale Camping-Infrastruktur“ haben wir in Schweden noch öfter gefunden, teilweise ganz umsonst, teilweise für wirklich niedrige Kosten von 2,00-10,00 EUR, in unterschiedlicher „Güte“, teilweise sogar fast luxuriös, mit zentralem Duschhaus und „richtigen“ Toiletten, oder in der Einöde mit barrierefreier, blitzsauberer Toilette mit Sägespanbefüllung.

Bei der von uns auserkorenen „Parkbucht“/Campsite standen – sehr fotogen – 2 Fliegenfischer im Wasser, höflich wie wir sind, haben wir gefragt, ob sie was dagegen hätten, daß wir dort unser Camp aufschlagen. Hatten sie nicht, denn sie wateten eh den Fluss rauf und runter.

Also haben wir den guten Heisenberg direkt am Ufer geparkt, die Campingstühle und den Tisch rausgepackt , ein „Feierabendbier“ kredenzt und den restlichen Nachmittag den lieben Gott einen guten Mann sein lassen. SO hatten wir uns das vorgestellt, das Wildcampen bzw. Freistehen in Schweden. Einfach perfekt!

Einen kleinen Aufreger gab es dann aber doch noch:
Ich kam spontan auf die Idee, mal ein bißchen mit der Drohne unser schönes „Setting“ einzufangen und ein sog. Dronie zu filmen. Das sah dann so aus:

Direkt nach diesem Videoschnipsel, – die Drohne flog rückwärts, daher sind aus meiner Sicht alle Steuerungsbefehle „verkehrtrum“ und daher zu „übersetzen“, wenn die Kamera in meine Richtung filmt – hab ich die Drohne rückwärts in einen sehr hohen Nadelbaum gesetzt (PREMIERE für mich, zum Glück) gesetzt. Holterdipolter trudelte die gute Mavic Pro ca. 15m nach unten durch die einzelnen Äste und landete ca. 80cm vom Flussufer in der Uferböschung. Na, das ging ja gut los, erster kleiner Drohnenflug in Schweden, dritter Urlaubstag, schon ein Crash… Ob das Ding wohl heilgeblieben ist?

Ich zog also die Schuhe aus und watete durch den Fluss und siehe da, das gute Stück hatte den Crash aus 15m Höhe bis auf ein paar Kratzer problemlos überstanden. Chinesische Technik kann doch was!

27.06.2020: Fulufjället Nationalpark – Städjan

WANDERTAG! Für heute war einiges geplant!

Zuerst fuhren wir in den Fulufjället Nationalpark, Home of the höchste Wasserfall in all of Sweden!

Zum immerhin 93m hohen Njupeskär Wasserfall führt eine ganz, ganz einfache Wanderung von gerade einmal 2,5km one way. Zunächst steuert man einen großen Parkplatz an, an dem ein schönes Besucherzentrum liegt, das Ganze erinnert in seiner Professionalität sehr an amerikanische Nationalparks…und das ist auf gar keinen Fall negativ gemeint. 

Fulufjället

Vom Visitors Center führt ein teilweise sehr gut ausgebauter Weg über subarktisch anmutende, sumpfige Ebenen hinein in die Berge. Wieder hatten wir knapp 30 Grad, was so im Norden und weit weg vom Meer schon überraschend war. Entlang des Pfads jede Menge Baumwollgras, Wildblumen und beeindruckend große Ameisenhügel :-)

Solide Bepflanzung auf dem sumpfigen Teil!
Nordische Vegetation, nass!
Now, that´s what I call an Ameisenhügel!

Nach ca. 2km mündet der Pfad in einer „Sackgasse“ im Berg und genau dort stürzt sich der Njupeskjär über zwei Stufen insgesamt 93m in die Tiefe.

Ich hab schon viele Wasserfälle gesehen auf meinen Reisen, größere und kleinere, breitere und schmalere, aber der Njupeskjär war definitiv einer der schönsten!

Wir mussten ein bißchen warten, bis 2 „Influencer in spe“ mit ihren Fotos weiter vorne (gerne mit waagrechtem Victory-Zeichen, den Sinn habe ich bis heute nicht verstanden) fertig waren, dann hatten Daniel und ich „freies Schussfeld“.

Im Fulufjället Nationalpark gibt in der Nähe des Wasserfalls, oben auf dem Bergrücken, eine weitere Attraktion: Den (nach Meinung einiger Wissenschaftler) ältesten Baum der Welt: Old Tjikko! Zumindest das Wurzelwerk diese nur 5m hohen Fichte soll rund 9.550 Jahre alt, also kurz nach der letzten Eiszeit entstanden sein. Den hätten wir gern auch noch besucht, aber aus nachvollziehbaren Gründen ist die Stelle mit dem Baum nicht auf offiziellen Karten vermerkt, die im Netz zu findenden Karten verwiesen uns auf einen groben Weg, der sehr steil, unmarkiert und von unten erkennbar noch nicht schneefrei war (am 26. Juni!), also mussten wir diesen Superlativ leider auslassen.

Hier das Video zur Tour:

Wanderung auf den Gipfel des Städjan

Direkt nach der (kurzen) Wanderung zum Njupeskjär fuhren wir nur ca. 50km weiter zum Städjan-Nipfjället Naturschutzgebiet. Endlich mal ´ne kurze Strecke! 

Da es schon Mittag war und wir noch eine zweite Wanderung, diesmal definitiv eine längere, vor uns hatten, machten wir auf dem Wanderparkplatz Mittagspause und mussten uns stärken. Was gab es zu essen? Die absolut klassischste aller klassische Camper-Mahlzeiten! Jawoll: RAVIOLI AUS DER DOSE! 

Wir hatten aus sentimentalen Gründen exakt EINE Dose aus Deutschland mitgebracht, die musste jetzt dran glauben! Die Dose wollten wir neben dem Parkplatz im Schatten lauschig an einem kleinen Bach kochen, aber wir hatten die Rechnung ohne die Mücken gemacht, die den Schatten offenbar auch sehr gern mögen. Binnen Minuten fiel das Kamikaze-Mückengeschwader so dermaßen über uns her, daß wir den Rückzug in die Sonne (sehr heiß, aber weniger bissig) antreten mussten. Das konnte nur ein kleiner Vorgeschmack auf den Norden sein…..

Nachdem wir die erste Angriffswelle überlebt hatten, ging es los. Zuerst durch relativ flachen Wald, dann richtig steil bergauf. Mittlerweile war es so heiß, das ich spaßeshalber zu Daniel sagte, daß wir bei den Temperaturen auch auf Korsika hätten wandern können. ;-) Nach ca. 45min Weg erreichten wir die Baumgrenze und ein relativ flaches Plateau, von dem aus man den Weg zum Gipfel des Städjan (1.131m) gut sehen konnte. Eine Besonderheit des Städjan ist seine exponierte Lage (allein auf weiter Flur!) und die Tatsache, daß er insbesondere von Süden aus aussieht wie ein erloschener Vulkan.

Yep, das sieht aus wie ein erloschener Vulkan

Es gibt aber noch weitere Kuriositäten: Ein schwedischer Geograph namens Olof Rudbek war im 17. Jahrhundert der felsenfesten Überzeugung, der Städjan sei der höchste Berg der Welt. Der gute Herr Rudbek ist offensichtlich nicht sehr weit rumgekommen!

Aber einen anderen Superlativ kann die Region einheimsen: Sie ist Heimat der südlichsten Rentierherde der Welt! (Leider haben wir keines Gesicht bekommen….)
Und der Städjam inspirierte nachweislich den Komponisten Richard Dybeck zu einer Zeile der schwedischen Nationalhymne: „Du alter, Du freier, Du berghoher Nord…“.

Wie dem auch sei: Der Gipfel des Städjan ist von dem oben erwähnten Plateau aus keine 300 Höhenmeter entfernt, also ein steiler, aber kurzer Katzensprung. Ab dem Grat rechts im Bild gab es auch endlich mal ein bißchen Wind, was die Hitze beim bisherigen Aufstieg (HALLO, SCHWEDEN, WTF?) erträglich machte!

Am oberen Fuß des Städjan

Auf dem Grat zum Gipfel wurde es dann recht luftig mit grandioser Aussicht, fast ringsum:

Wie fast immer in Skandinavien: Ein ordentliches Steinmännchen auf dem Gipfel

Nach einigen Fotos und paar Drohnenvideos auf dem Gipfel traten wir den Rückweg an, diesmal über die Direttissima (s.o. Foto, Mitte), nicht über den Grat.

Daniel hatte tatsächlich noch den Ehrgeiz, den benachbarten Gipfel des Nipfjället zu erwandern, ich hingegen eher nicht, ein Wasserfall und ein überschaubar hoher Gipfel mit (zusammen) insgesamt knapp 1.100 Höhenmetern an einem Tag reichten mir.

Also sind wir ein paar Kilometer zusammen über das „Fußplateau“ des Städjan gewandert, bis Daniel dann allein weiterging in Richtung des (optisch sehr weit entfernten) Bergrückens des benachbarten Nipfjället, während ich mir es unter einem der wenigen schattigen Bäume gemütlich machte. Na ja, was heißt schon gemütlich? Nach ungefähr 5min wurde mir klar, daß auch sämtliche Mücken der Umgebung den Spot unter dem Baum auch wirklich super fanden! Mosquito Galore! Ehrlich, die Attacken waren so übel, daß ich trotz der Hitze alles, was ich langärmligeren Sachen im Rucksack dabei hatte, angezogen habe. 

Schon nach einer halben Stunde kam Daniel aber wieder zurück, weil das Erreichen des Gipfels des Nipfjället unrealistisch gewesen wäre. Vom Wanderparkplatz aus fuhren wir noch ca. 50km Richtung Norden und suchten uns dann mit park4night wieder einen schönen Stellplatz am See, auch wieder mit  rustikalem „Outhouse“, wofür die Gemeinde die Wahnsinnssumme von 5 EUR (einzuwerfen in einen Briefkasten) verlangte.

28.06.2020: Nördliches Dalarna – Flatruet – Härjedalen

Für den nächsten Tag stand eine weitere Attraktion auf dem Programm: Der Flatruetvägen, mit 975m Höhe die höchste öffentlich befahrbare Straße Schwedens.

Von unserem Campingspot am Sörvattnet fuhren wir über die Landstraßen 311 und 84 bis in das kleine Nest Funäsdalen, wo der Flatruetvägen offiziell startet.

Mittlerweile war die Landschaft schon richtig nordisch, weite Landschaften, tundraartige Vegetation, die für den Hohen Norden typischen schmalen, verkrüppelten Nadelbäume und immer wieder sumpfige Wiesen voll mit Wollgras.

a winding road…
Wollgraswiesen
Ab und zu eine Dirt Road!
Angelparadies
Eine Winterhütte der Samen

Zwar gilt der Flatruetvägen als Passstraße, ist aber in keiner Weise vergleichbar mit Alpenpässen. Es geht beschaulich bergauf und der höchste Punkt liegt mitten auf einem riesigen Plateau, also nix mit ausgesetzter Passhöhe. Trotzdem ist die Ecke spektakulär schön, denn drumherum liegen – für schwedische Verhältnisse – hohe Berge.

Tundravegetation auf dem Flatruetvägen

Auf der „Passhöhe“ ist ein großer Parkplatz, auf dem allerlei Wohnmobile und Pkw rumstanden. Und mitten auf dem Parkplatz hatten es sich zwei hübsche, leicht zerzauste Rentiere gemütlich gemacht, vollkommen unbeeindruckt von den ganzen zweibeinigen Besuchern.

Zwei sehr entspannte Rentiere
Flatruet Pass
Also, „Flat“ war er wirklich, der Flatruetpass

Irgendwie hatte wieder alles länger gedauert an diesem Tag, also beschlossen wir, nach der Abfahrt vom Flatruetvägen nur noch ein kleines Stück zu fahren und uns dann einen Stellplatz für die Nacht zu suchen. Zwei „Treffer“ bei park4night erwiesen sich als ziemlich mittelmäßig und extrem mückenverseucht, aber nur ein paar Kilometer fanden wir einen durch einen Erdwall von der Straße abgeschirmten, stinknormalen Rastplatz mit Picknicktisch, wo wir keine 3 Meter vom Ufer entfernt parken konnten. 

Was soll ich sagen? Dieser gewöhnliche Rastplatz war einer der Top3 der ganzen Reise! Ein magischer Blick direkt auf den großen Storsjö (-see), am Horizont die schneebedeckten Berge. Vor allem gab es dort keine Stech-Mücken, dafür aber Myriaden von diesen winzigen nicht-stechenden Mücken, die wir unter teilweise hysterischem Gekicher mit meiner elektrischen Fliegenklatsche in Zaum halten konnten.

In der Praxis sah das dann so aus (jeder Knall ein Treffer):

 

29.06.2020: Storsjö – Åre

Am nächsten Tag ließen wir es mal so richtig langsam angehen kamen erst gegen 11 Uhr los. Wie schon ein paarmal zuvor hatten wir das „Pech“, daß es in Mittel- und Nord-Schweden nur sehr wenige Straßen gibt, die im Inland in Nord-Süd-Richtung verlaufen.

Während der Norweger gnadenlos Tunnel bohrt oder abenteuerliche Passstraßen baut, um kleine Ortschaften zu verbinden, gibt es in Schweden etwa ab der Höhe von Stockholm eigentlich nur 2 große Nord-Süd-Verbindungen: Die E45, den sog. Inlandsvägen, und die E4 an der Küste. 

Das hat zur Folge, daß man, wenn man Gegenden im Westen des Landes, also nahe der Grenze zu Norwegen, besuchen, öfter 50 oder auch 150km „rein“ fährt und anschließend wieder zur E45 zurück muss, um dann 100km weiter nördlich wieder in ein „Tal“ Richtung Westen abzubiegen. So war es heute. Unser nächstes Ziel Åre lag Luftlinie nur ca. 50km nördlich von uns, um dorthin zu kommen, mussten wir aber ein liegendes „U“ von gut 200km fahren. Unter normalen Gegebenheiten kann man an vielen Ecken im Inland einen kleinen Abkürzungsschlenker durch Norwegen fahren, aber eben nicht im Corona-Sommer.

Auf der Strecke zwischen Östersund gab es fast einen kleinen Kulturschock, denn zum ersten Mal seit Tagen war hier richtig was los auf den Straßen. Jede Menge Lkw, Baustellen, das waren wir nach der Einsamkeit der letzten Tage gar nicht mehr gewöhnt.

Kurz vor Åre, dem größten Wintersportort in Schweden, steuerten wir den Campingplatz am Ristafallet an. Der Ristafallet ist ein wirklich spektakulärer Wasserfall, der über mehrere Stufen verläuft und so „scenic“ ist, daß er als Hintergrundkulisse für die Verfilmung von Astrid Lindgrens „Ronja Räubertochter“ diente.

Der Campingplatz liegt wirklich keine 50m vom eigentlichen Wasserfall entfernt, so daß man die ganze Zeit das Rauschen als Hintergrundmusik hat.

Ristafallet Campground bei Åre

Weil die Sonne so schön schien, mussten wir natürlich gleich, mit Kamera und Stativ bewaffnet, runter zu den Fällen laufen. Es gibt einen schönen kurzen Wanderpfad am Ufer, von dem aus man die Fälle (und noch die zwei anderen, weniger spektakulären) aus verschiedenen Perspektiven bestaunen kann.

Ristafallet, direkt am Campingplatz
Ristafallet, flussabwärts

30.06.2020: Åre und Umgebung

Wir campten zwar sowieso schon an einem Wasserfall, aber dennoch war heute expliziter WASSERFALLTAG!

Von Åre aus fuhren wir rund 70km Richtung Westen, um kurz vor der norwegischen Grenze zu dem Nest namens Handöl abzubiegen. Am Rand des Orts liegt ein kleines, feines Café und dort startet auch die kurze Wanderung zum Handölsforsen. Wieder ist es ein Wasserfall, der in mehreren Stufen vom Fjäll in die Ebene rauscht und genau über die unterste Stufe haben die Schweden netterweise eine Hängebrücke gebaut.

Die letzte Stufe des Handölsforsen
Ohne Brücke wäre die Überquerung eher tricky

Nach ca. 20min Aufstieg auf das Fjäll kommt man zu mehreren Aussichtspunkten auf den eigentlichen Handölsforsen, dessen Wassermassen wie auf einer gigantischen Rampe bergab rauschen, bevor sie dann durch eine – anscheinend sehr harte – Felswand um 90 Grad nach links gelenkt werden.  

Der Autor und der Wasserfall
Handölsforsen

Nach ausgiebiger Foto- und Drohnensession sowie einem Kaffee in Handöl (komischer Name irgendwie!) warfen wir noch einen Blick in die uralte und sehr kleine Holzkirche des Orts und machten uns dann auf den Weg zum nächsten Wasserfall.

Die kleine und sehr alte Dorfkirche von Handöl

Den höchsten Wasserfall Schwedens hatten wir ja schon besucht (Njupeskjär, s.o.), jetzt stand der nächste Superlativ auf dem Programm: Der wasserreichste Wasserfall Schwedens! Der Tännforsen liegt ungefähr in der Mitte zwischen Handöl und Åre und ist eine echte Touristenattraktion, mit Parkscheinautomat, extra gut beschilderten Wanderwegen und ziemlich vielen Besuchern. 

Tännforsen von der Seite
Tännforsen von unten

Der Wasserfall selbst ist schon wirklich beeindruckend in seiner Größe (angeblich rauschen hier 750.000 Liter Wasser pro Sekunde die 38m Fallhöhe hinunter), seinem ohrenbetäubenden Sound und den guten Fotomöglichkeiten, aber uns hat der Handölsforsen besser gefallen.

1.7.2020: Åre – Östersund – Strömsund

Nach zwei Nächten auf dem Ristafallet Campingplatz wollten wir weiter Richtung Norden auf den Vildmarksvägen. 

Aber zunächst stand noch eine Wanderung in Åre selbst auf dem Programm. Wie schon erwähnt, ist Åre der größte Wintersportort in Schweden und die zwei Hausberge sind gut mit Liften erschlossen. Einige der Lifte sind auch im Sommer in Betrieb, denn Åre ist im Sommer anscheinend das Mountainbike-Zentrum von ganz Skandinavien. Überall sieht man Leute mit High-Tech-Bikes herumfahren, und wirklich alle haben einen Integral-Helm auf und Protektoren an. Denn hier fährt niemand geradeaus oder gar bergauf! Nein, alle betreiben ausschließlich Downhill-Mountainbiking. Wenn man also am Dorfplatz beim Kaffeetrinken sitzt, kommen im Sekundentakt Biker die letzten Treppenstufen runtergeballert und bremsen im Front-Wheelie ab.

Åre, Mountain Bike Capital of Scandinavia

Unser Plan war es, mit dem Sessellift bis zur oberen Mittelstation zu fahren und von dort aus die 300 Höhenmeter bis zum Gipfel des Åreskutan (1.420m) zu laufen und anschließend bis in den Ort abzusteigen. Wegen starker Winde fuhr der Lift aber nur bis zur unteren Mittelstation auf ca. 850m Höhe, die anderen waren gesperrt. Na ja, kriegen wir trotzdem hin, dachten wir und marschierten in grober Richtung auf einem gut ausgebauten Weg los.

Åre von „åben“

Hatten unten an der Talstation noch ganz angenehme Temperaturen geherrscht, war es hier oben schlagartig richtig, richtig kalt, sicher nicht mehr als 5 Grad. Nach ca. 30min Weg fing es dann auch noch kurz an zu SCHNEIEN! AM 1. JULI!!! AUF NICHT MAL 1.000m!!! Jetzt waren wir wirklich im Norden.

Da entgegen der Karte, die wir am Lift bekommen hatten, kein Weg zum Gipfel erkennbar war und die anderen schwedischen Locals, die wir unterwegs trafen, uns auch keinen zeigen konnten, sind wir einfach eine große Runde am Bergrücken entlang gewandert und dann durch den Wald und über gemeingefährliche und vielbefahrene Downhillstrecken wieder zurück nach Downtown Åre gewandert.

Der Ort Åre hat mir wirklich gut gefallen, da würde ich wirklich gern mal im Winter zum Skifahren hin. Das Skigebiet sieht klasse aus, die Gegend ist sehr schön und der Ort ist – für einen modernen Skiort – wirklich nett. Das wäre mal was anderes, teilweise hat es mich an die Skiorte in Colorado erinnert, wo ich mal während meines Schüleraustauschs war.

Nach der Wanderung und dem „Einkehrschwung“ bei MAX Burger, der wirklich guten schwedischen Burgerkette rollten wir mit „Heisenberg“ aus dem Tal zurück Richtung Inlandsvägen/E45, fuhren ca. 100km Richtung Norden und bogen bei Strömsund auf den berühmten Vildmarksvägen Richtung Westen ein.

2.7.2020: Vildmarksvägen – Gäddede

Der Vildmarksvägen, die „Wildnisstraße“, ist eine rund 370km lange Straße, die in Strömsund an der E45 beginnt und in einem großen „C“ durch das nördliche Jämtland und südliche Lappland führt, bis sie bei Vilhelmina wieder auf die E45 stößt. Die Straße gilt als schönste Landschaftsroute in Schweden und wir möchten da nicht widersprechen!

Kurz vor Strömsund waren wir auf eine „Zubringer-Parallelstraße“ des Vildmarksvägen eingebogen und hatten wir uns einen Stellplatz für die Nacht gesucht. In einer Gegend wie dieser war es nun wirklich einfach, ohne großes Suchen einen Volltreffer zu landen. Direkt am Ufer, klares Wasser (wann immer es ging, haben wir „Naturburschen-Style“ im See gebadet), relativ mückenarm und schöne Aussicht.

Bei strahlendem Sonnenschein cruisten wir die sehr leere Strecke Richtung Westen, hinter jeder Ecke gab es neue Panoramen, Seen, Berge zu bestaunen.

Auf dem Vildmarksvägen

Gegen Mittag zog der Himmel etwas zu, aber für unser nächstes „nasses“ Highlight war das nicht weiter störend. 

Ungefähr 120km von Strömsund entfernt liegt an einer kurzen Abzweigung (dirt road, aber für jedermann problemlos befahrbar) vom Vidmarksvägen der Hällingsåfallet mit seinem Canyon. Die meisten Leute fahren direkt bis zum Besucherparkplatz am Wasserfall, wir haben ca. 2,5km vorher geparkt, um den stromabwärts vom Wasserfall liegenden Canyon zu „erwandern“.

Der Canyon

Zunächst führte der Pfad gemütlich am Flussufer entlang, dann folgte er der immer steileren Kante des Canyons, bis schließlich der eigentlich Wasserfall ins Blickfeld kam. Wie fast immer in Schweden ist der Pfad perfekt ausgebaut, es gibt Aussichtsplattformen und sogar eine Brücke über den Wasserfall, so daß man ihn wirklich aus allen Richtungen anschauen und fotografieren kann.

Hällingsåfallet

Vom Hällingsåfallet war es nur noch ein kurzes Stück bis zum größten Ort auf dem Vildmarksvägen: Gäddede.  Da das Wetter zunehmend schlechter wurde, entschieden wir uns heute für eine Nacht auf dem Campingplatz und konnten trotz des ziemlich gut gefüllten Platzes eine Lücke direkt am Seeufer ergattern.

Campingplatz in Gäddede

Und abends gab es dann gleich nochmal ganz großes Kino. Da wir ja den Polarkreis nicht überfahren haben, hatten wir nicht die „ganz echte“ Mitternachtssonne, aber richtig dunkel wird es soweit oben trotzdem nicht.
So sieht es kurz nach Mittsommer in Nord-Jämtland um 0:10 Uhr aus:

3.7.2020: Gäddede – Stekenjokk – Saxnäs

Dieser Tag war landschaftlich definitiv der schönste der gesamten Reise!

Schon morgens ging es los mit kleinen Postkartenmotiven am Straßenrand:

LUPINEN-ALARM!
Einfach mal so zwischendurch….

Am Vormittag stand mal wieder eine Wanderung an. Etwa 60km nördlich von Gäddede liegt das Bjurälven-Karstgebiet. Hier verschwindet ein kleiner Fluss immer wieder von der Oberfläche, fließt durch Höhlen ein paar hundert Meter, um dann an anderer Stelle wieder an die Oberfläche zu fließen, wie es sich für einen Fluss gehört! Das Gebiet ist übersäht von sog. Dolinen, trichterförmigen Kratern (Bombenkratern nicht unähnlich), wo die darunterliegende Höhle eingestürzt ist.

Vom Parkplatz am Hof Leipikvattnet aus startete der Trail durch den Wald, bis wir nach einigen beplankten Überquerungen von Sumpfstrecken in das eigentliche Tal des Bjurälven kamen. Dort folgte man einem von mehreren ausgeschilderten Trails entlang des Flusslaufs, mal sahen wir ihn, mal schauten wir auf „ausgetrocknete“ Flussbetten. Ich bin ehrlich, entgegen dem „Gewese“, daß der Reiseführer um den Bjurälven gemacht hat: Irgendwie ist da bei mir der Funke nicht übergesprungen….und normalerweise bin ich für ungewöhnliche Landschaften schnell zu begeistern.

Daniel und der Sumpf
Ein ehemaliges Flussbett….

Aber DANN! Dann wurde es so richtig grandios!

Ca. 40km hinter dem Bjurälven beginnt die Auffahrt auf das Stekenjokk-Plateau. Mit 875m ist die Straße über Stekenjokk und Klimpfjäll die höchste asphaltierte Straße in Schweden. Wegen ihrer Höhe und der nördlichen Lage wird die Straße meist erst Anfang Juni geöffnet und schon im Oktober wegen Neuschnees wieder geschlossen.

Tja, Neuschnee. Wir haben erst einmal jede Menge Altschnee gesehen! Ungelogen, ganz oben lagen in manchen Kurven neben der Straße noch gut 2,50m Schnee. Das ganze in strahlendem Sonnenschein, das war schon eine ganz besondere Erfahrung. 

Wie immer in Schweden zieht sich die Straße sehr gemächlich bergauf, „Heisenberg“ (oder: „Das Heisenbergl“, wie Daniel als Münchner ihn gern nennt) konnte gemütlich vor sich hin tuckern, der genügsame 180PS-Diesel kam nicht ins Schwitzen. Nach ein paar Stops an fotogenen Sami-Hütten in der Einöde kamen wir auf das eigentliche Plateau und WOW! was für eine wunderschöne Landschaft!

Stekenjokk
Auf dem Plateau

Also, viel besser kann ein Roadtrip gar nicht sein, als durch so eine Landschaft zu fahren, fanden wir. Fotostop nach Fotostop, es gab einfach immer was abzulichten. Oder wir standen einfach nur in der Sonne und wunderten uns über den vielen Schnee am 3. Juli. Wie gesagt, wie waren noch nicht einmal auf der Passhöhe von 875m.

Kurz vor der Passhöhe ist ein sehr großer, nicht asphaltierter Parkplatz. Der ist anscheinend ein echter „Geheimtipp“ für Wohnmobilreisende. Als wir gegen 16.00 Uhr dort ankamen, standen dort sicher 40 Wohnmobile, ordentlich in Reih und Glied, und alle Plätze am Rand waren belegt, keine Chance, daß wir uns da noch irgendwo dazwischenstellen konnten. Vorher hatten wir überhaupt nicht geplant, dort oben zu übernachten, aber bei dem Wetter und der Kulisse erschien uns das sehr reizvoll. Die einzige Möglichkeit wäre die große, freie Fläche in der Mitte gewesen. Aber die war eher matschig, wir hatten ja auch unseren Stolz, wir wollten nicht als einzige keinen „Fensterplatz“ haben und mit „Heisenberg“ als buchstäblich „schwarzem Schaf“ abseits der „weißen Herde“ stehen. 

Wohnmobil Overload auf dem Stekenjokk

Also weiter! Ich verrate es jetzt schon: Es hat sich gelohnt, denn kurz danach haben wir den besten Campingspot der gesamten Reise gefunden!

Abfahrt vom Stekenjokk/Klimpfjäll

Ca. 25km hinter dem Stekenjokk/Klimpfjäll fand Chef-Navigator Daniel über Google Maps eine kleine, kaum 100m lange Abzweigung vom Vildmarksvägen, die uns direkt ans Ufer des Sees führen sollte.

Der sehr kurze Waldweg hatte es allerdings wirklich in sich, da waren wir über die Bodenfreiheit und den zuschaltbaren Allradantrieb von „Heisenberg“ wirklich froh, mit einem normalen Wohnmobil oder Pkw wäre man an diese Stelle definitiv nicht gekommen.

Aber wir konnten einparken am südlappländischen Ufergrundstück MIT Privatstrand! Zwar stand die Karre ordentlich schief und war auch mit den Auffahrkeilen nicht in eine vernünftige Lage zu bringen, aber das war uns am Ende dieses Tages auch egal.

Der Parkplatz
Unser Privatstrand

Nach dem wohlverdienten Feierabendbier warfen wir direkt an der „lappländischen Riviera“ den Grill an, einer kümmerte sich ums Fleisch, der andere wehrte die Mücken mit der ZapIt-Elektroklatsche ab! Ein-, zweimal fing es ganz kurz an zu nieseln, dann wieder eitel Sonnenschein und jedesmal waren die Mücken zumindest für ein paar Minuten verschwunden (wasserscheues Gesindel!).

Kurzer Exkurs: Ganz ehrlich, hier oben war es teilweise schon wirklich übel mit den Plagegeistern. Ich war ja schon öfter in nördlichen Gefilden unterwegs, aber Nord-Schweden toppt alles. Norwegen: Kein wirkliches Problem, Nordkap bis Südkap. Finnland: Ging so, überwiegend okay. Russland: Ganz im Norden (Kola-Halbinsel, Murmansk) teilweise schwierig, in Karelien okay.
Aber dennoch haben die Mücken unser Urteil nicht geändert: Bester Campingspot der Reise durch Schweden!

Abendvorstellung

4.7.2020: Stornäs – Vilhelmina

Der nächste Tag war ziemlich ereignislos. Nachdem wir mit einer „klassischen 10-Punkt-Wende“ auf dem winzigen Stellplatz unseren „Privatstrand“ verlassen konnten, fuhren wir nur die relativ kurze Strecke bis Vilhelmina, wo der Vildmarksvägen offiziell endet und wieder auf die E45 trifft. Wir hätten auch noch weiterfahren können, aber das Wetter war relativ grau, auf dem weiteren Weg zur Küste gab es nicht wirklich  interessante Stellen oder Campingplätze. 

Auf dem Campingplatz in Vilhelmina

Die einzige Sehenwürdigkeit auf dem Weg war ein sehr breiter, aber dafür auch sehr flacher Wasserfall namens Trappstegsforsen. Der angeschlossene Parkplatz mit Souvenirbuden war rappelvoll, aber der Wasserfall hat uns nicht sonderlich beeindruckt.

Also machten wir im 5-Sterne Campingplatz Kolgardens Camping Quartier, nutzten die gut ausgestattete Gemeinschaftsküche für eine Bolognese mit Kötbollar-Einlage und Daniel konnte dank guter WiFi-Verbindung  nebenbei das DFB-Pokalfinale FC Bayern : Bayer 04 Leverkusen (4:2 Endstand) verfolgen. 

5.7.2020: Vilhelmina – Örnsköldsvik – Skuleskogen N.P.

Am nächsten Tag war das Wetter wieder wie es sein sollte, sonnig und warm. Auf ziemlich leeren Straßen kutschierten wir mit „Heisenberg“ Richtung Osten, an die Küste und bogen auf der Küstenmagistrale E4 Richtung Süden ab.

Im Städtchen Örnskäldsvik füllten wir bei Lidl ein paar Vorräte für die restlichen Tage auf und – wo wir schonmal in der Zivilisation waren – gönnten uns bei Burger King ein Mittagessen. Ungewöhnlich ist dort vor allem die Aussicht, denn mitten in der Stadt, an einem großen Kreisverkehr, steht eine Skisprungschanze.

Frisch gestärkt vom Amerikaner fuhren wir die knapp 30km bis zum Skuleskogen Nationalpark, parkten bei einem Skilift und wanderten direkt los.

Der Skuleskogen Nationalpark ist der zentrale Bereich der Höga Kusten, der „Hohen Küste“. Das besondere dieser Region, die sogar zum UNESCO Weltnaturerbe gehört, ist, daß sie die am schnellsten in die Höhe wachsende Region der Erde ist. Nachdem am Ende der letzten Eiszeit, also vor gerade mal 8.000-10.000 Jahren, der kilometerdicke Eispanzer abgeschmolzen war, hob sich das – jetzt vom Gewicht befreite – Land in die Höhe. Dadurch wurden winzige Inseln unter dem Eis bzw. im Wasser darunter zu Berggipfeln, die heutzutage ca. 270m über dem Meeresspiegel liegen. Das ganze geologische Phänomen hat eine unheimlich pittoreske Küstenlandschaft geschaffen. 

Skuleskogen Nationalpark, Höga Kusten

Als Quartier für die Nacht haben wir uns den Skuleskogen Havscamping ausgesucht, das war für 290 SEK der mit Abstand mieseste Campingplatz der ganzen Reise, eine einzige große Schotterebene in Meeresnähe. Na gut, vielleicht spielte auch der Regen, der unmittelbar nach unserem Check-In losging, eine Rolle bei unserer Bewertung.

6.7.2020: Skuleskogen N.P. – Sundsvall – Longtjärn

Bei nur einer Wanderung an der Höga Kusten konnten wir es nicht belassen, also fuhren wir am nächsten Morgen noch einen Abzweig ca 25km südlich an die Küste und starteten bei strahlendem Sonnenschein in Norrfällsviken eine Küstenwanderung.

Höga Kusten

Die Wanderung war – wie in Schweden fast immer – gut ausgeschildert und führte uns an einigen der geologischen Features, die die „schnelle“ Landhebung hier verursacht hatte, vorbei. Natürlich stehen auch überall Erklärtafeln, die einen auf die „gerippte“ Küstenlinie hinweist, also die „Küstenwälle“die im Laufe der Jahrtausende durch das Eis, Meer und Landhebung entstanden sind.

Die Küstenwälle

Den Rest des Tages wollten wir noch ordentlich Kilometer „runterschrubben“, schließlich waren wir immer noch ziemlich weit im Norden und mussten in 3 Tagen in Trelleborg für die Fähre zurück nach Rostock sein.

Also fuhren wir noch ein paar Stunden, dann suchte Co-Pilot Daniel über park4night nach einem Platz für die Nacht. Und hier zeigte sich Schweden mal wieder von seiner extrem camperfreundlichen Seite. Wir hatten ein kleines Seengebiet ausgesucht und fuhren von der autobahnmäßigen E4 direkt auf eine Schotterpiste. Nach gerade mal 1,5km landeten wir auf einem fast perfekt ausgestatteten kommunalen Campingplatz am Longtjärn. Massig Platz für Wohnmobile, ein Steg am Ufer mit mehreren Plattformen, Grillplätze und die saubersten und luxuriösesten Öko-Toiletten, die ich je gesehen habe, sogar barrierefrei. Und welchen Preis verlangt die Gemeinde dafür? 20 schwedische Kronen, also knapp 2 Euro.

„Autobahnauffahrt“ in Schweden. In der Mitte die E4.

7.7.2020: Longtjärn – Gävle – Falun – Eskilstuna

Und wieder ein langer Fahrtag, zumindest für unsere Verhältnisse. 425 Kilometer Richtung Süden sollten es heute werden, dafür wären wir aber abends schon an Stockholm vorbei und damit wieder offiziell im Süden Schwedens.

Wir fuhren bis Gävle an der Ostseeküste Richtung Süden und bogen dann Richtung Falun ins Landesinnere ab, wo uns ein weiteres Highlight erwartete: Die Kupfer-Grube von Falun (schon wieder UNESCO-Welterbe!).

Grube Falun

Der Tagebau-Teil der Grube von Falun

Das Bergwerk von Falun ist wegen seiner industriehistorischen Bedeutung auf der UNESCO-Welterbeliste gelandet. Immerhin wird dort seit dem 9. Jahrhundert Kupfer abgebaut, während der Blütezeit der Grube im 17. und 18. Jahrhundert stammten rund zwei Drittel des weltweit geförderten Kupfers aus Falun. Auf dem Foto oben seht Ihr nur den Tagebau-Teil des Bergwerks, unter der Erde führen Stollen und Schächte bis auf 700m Tiefe hinab. 1992 wurde das Bergwerk stillgelegt.

Aus dem Abraum, der nach dem Auslösen des Kupfers aus dem Gestein übrig bleibt, werden übrigens die Pigmente für die Holzfarben gewonnen, mit denen viele Schweden ihre Holzhäuser anmalen. Wir kennen die Farbe als „Schweden-Rot“, in Schweden selbst heißt sie schlicht „Falun Röd“.

Falun Grube

Die Farbenfabrik in Falun

Nachdem wir eine Runde durch das Areal gedreht und die teils historischen Förderanlagen besichtigt hatten, war es Zeit zum „Abtauchen“. Wir nahmen an einer rund 1,5h langen Tour unter Tage teil und gelangten durch allerlei teils niedrige Stollen, Schächte und Treppen bis auf 75m unter die Erde. Dort unten steht man dann in riesigen, fast kathedralenhaften Hallen, die allesamt von Menschenhand im Laufe der Jahrhunderte gegraben wurden. Eine wirklich beeindruckende Tour!

8.7.2020: Eskilstuna – Skeppsvik

Heute sollte „Freunde-Besuchstag“ sein! Auf dem Weg Richtung Süden schauten wir bei unserer Freundin Lisa vorbei, die in der Nähe von Björnlunda für das ZDF einen der Inga Lindström Fernsehfilme drehte. Leider herrschte am Set strenges Fotografierverbot, daher kann ich Euch keine Bilder zeigen. Aber es war spannend, der gut 40 Leute starken Crew beim Rumwuseln und Umbauen des Sets zuzusehen.

Von Björnlunda ging es über Nyköping weiter nach Skeppsvik zu unserem Freund Jürgen, der seit ein paar Jahren in Schweden lebt. Offenbar ging Jürgen davon aus, daß wir als Camper eher kulinarisch unterversorgt seien, und fuhr ein sehr gediegenes Grillfest mit Rinderfilets auf, dazu Gin Tonic und Bier, es wurde ein langer Abend mit langen Gesprächen über Schweden und hitzigen Diskussionen über die unterschiedlichen Corona-Strategien in Schweden und Deutschland.

9.7.2020: Skeppsvik – Vimmerby – Katthult – Åseda

Astrid-Lindgren-Tag!

Zunächst stand eine Etappe von ca. 170km bis nach Vimmerby an. Diesen schönen Ortsnamen kennt wohl jeder aus Kindheitstagen, denn die kleine Stadt kommt immer wieder in den Büchern von Astrid Lindgren vor, hier fand zum Beispiel der Wochenmarkt statt, auf dem „Michel“ sein Pferd Lukas gewonnen hat.

Zunächst wollten wir in der Stadt das Astrid Lindgren Museum besuchen, dass in ihrem (ziemlich feudalen) Geburtshaus untergebracht ist, aber leider war das Museum Corona-bedingt geschlossen.

Katthult

Katthult-Hof

Also weiter, und zwar nach Katthult! Der (echte) Bauernhof, der bei den Verfilmungen der Michel aus Lönneberga Bücher als Drehort diente, sieht heute noch so aus wie zu Zeiten der Dreharbeiten in den 1970er Jahren.

Alles ist da: Das Haus der Familie Svensson, die Kate für Knecht Alfred und Magd Lina und natürlich der Tischlerschuppen, in den Michel immer wieder eingesperrt wurde, wenn er Mist gebaut hatte. Das ganze ist relativ touristisch aufgezogen, aber einen Besuch wert, gerade bei so schönem Wetter, wie wir es hatten.

Von Katthult fuhren wir noch ca. 85km Richtung Süden, bis wir in dem kleinen Städtchen Åseda auf einem richtig guten kommunalen Campingplatz mit einer großen sonnigen Wiese am See und blitzsauberen Sanitäranlagen unser Camp aufschlugen. Wir suchten vergeblich einen Briefkasten, wo wir unsere Übernachtungsgebühren einwerfen konnten, aber da war keiner. Stattdessen kam Punkt 19 Uhr ein ca. 12jähriger Junge auf dem Fahrrad, kassierte und stellte uns eine amtliche Quittung der Stadt Åseda aus. Kinderarbeit muss nicht schlecht sein!

Åseda Community Campground

10.7.2020: Åseda – Kyrkö Mosse – Trelleborg 

Wie Ihr wahrscheinlich schon mitbekommen habt, haben Daniel und ich uns bei der Fahrt zurück in den Süden Zeit gelassen. Wir wollten auf dem Weg zur Fähre einfach nicht in Zeitnot geraten, sollte irgendwas schieflaufen oder „Heisenberg“ eine Panne haben. Also haben wir die lange Strecke in einige überschaubare Tagesetappen unterteilt, dazwischen immer wieder ein paar kleine Sightseeing-Stops.

Der erste Stopp heute war eine eher schräge Attraktion: Der Autofriedhof von Kyrkö Mosse. 
Auf seinem sumpfigen Grundstück in der Nähe des Dorfs Ryd hatte ein Einsiedler namens Akeleien Danielsson zunächst Torf gestochen und sich dann auf Autoverwertung verlegt. Die Wracks der ausgeschlachteten Auto stellte er einfach in seinem Wald ab. Als Åke 1992 in ein Altersheim zog, sollte das Gelände geräumt werden, aber durch eine Reihe von Presseberichten wurde der Autofriedhof so berühmt, daß man schließlich entschied, daß das Gelände bis zum Jahr 2050 unter Schutz gestellt werden soll.

Kyrko Mosse Autofriedhof

Morbider Charme….

Die meisten jetzt dort vor sich hinmodernden Autos sind schwedische, deutsche und amerikanische Modelle aus den 1950er, 1960er Jahren. Nicht alles ist schön, aber einige Exemplare sind doch ziemlich dekorativ mit Moos überwachsen. Wie gesagt, das Ganze hat einen morbiden Charme.

Kyrko Mosse Autofriedhof

Fotogene Deko….

Kyrkö Mosse Autofriedhof

Moos in Kyrkö Mosse

Kyrko Mosse Autofriedhof

Es gibt schöne Details zu entdecken.

Sollte die Gegend auf Eurer Route legen, würde ich einen Besuch empfehlen, gerade für Fotografen gibt es einiges zu entdecken, aber einen riesigen Umweg würde ich für den Autofriedhof von Kyrkö Mosse nicht fahren.

Next Stop: Lund!

Auf der E22 konnten wir die rund 150km bis in die alte Universitätsstadt Lund schnell hinter uns bringen. Direkt am Bahnhof fanden wir einen großen Parkplatz und erkundeten die hübsche Altstadt, den sehr „wuchtigen“ Dom zu Lund aus dem 12. Jahrhundert und das angrenzende Universitätsviertel. Leider war das Wetter relativ mies, so daß wir unsere Stadterkundung nach ca. 3h abbrachen. Bei schönem Wetter muss Lund klasse sein mit all seinen Gassen, Cafés und Restaurants.

Letzte Etappe in Schweden: 52km von Lund nach Trelleborg.
In Trelleborg fuhren wir den größten Supermarkt an, den wir über Google finden konnten, kauften ein paar kulinarische Mitbringsel ein und stellten uns dann auf einen unspektakulären, kostenlosen und in Hafennähe gelegenen Stellplatz für die letzte Nacht in Schweden.

11.7.2020:

Der Abreisetag war ziemlich unspektakulär. Wir waren pünktlich an der Fähre, legten bei strahlendem Sonnenschein ab, lasen ein paar Stunden im Bordbistro oder an Deck und, zack, waren wir schon in Rostock. Nach nur 2,5h Autofahrt standen wir schon am Berliner Hauptbahnhof und Daniel stieg in den Zug nach München. So schnell kann’s zu Ende gehen!
Ich konnte „Heisenberg“ netterweise bis zum Montag bei einem Wohnmobilhändler bei mir um die Ecke auf dem Hof parken, so daß ich das gute Stück nicht noch nach Oranienburg in die Halle fahren musste. Schee war’s!

Trelleborg

Fazit, Fakten und Tipps:

Reisedauer: 18 Tage
Gefahrene Strecke ab/bis Berlin: 4.320km
Campingplätze/Freistehen: 10/8
Kosten: 930 EUR pro Person

Camping:
Wie eingangs erwähnt, war Schweden für uns ja wegen der Einreisesperre für Norwegen nur „2. Wahl“. Aber das kann man rückblickend nicht so stehen lassen. Denn Schweden ist ein unheimlich schönes und abwechslungsreiches Land, die Küstenregionen und das Landesinnere unterscheiden sich stark, genau so wie sich der eher liebliche Süden vom wilden Norden unterscheidet. Die Camping-Infrastruktur in Schweden ist klasse, man findet als Camper eigentlich überall Plätze oder eben unheimlich viele Möglichkeiten zum Freistehen (zumindest ab ca. Höhe Stockholm nördlich). Auf vielen einfachen, „halb-wilden“ Gratis-Stellplätzen findet man trotzdem Toiletten und Abfalleimer. Die kommunal gemanagten Campingplätze sind teilweise unglaublich günstig.
Damit das so bleibt, sollte jeder Schwedenurlauber peinlich genau darauf achten, daß er seinen Müll restlos entfernt! Bislang scheinen sich die meisten Urlauber dran zu halten, denn die Plätze waren i.d.R. tadellos sauber!

Autofahren:
Das Fahren in Schweden mit einem Camper ist sehr entspannt, die allermeisten Straßen sind in sehr gutem Zustand, auch die Dirt Roads. Richtig viel Verkehr ist eigentlich nur in größeren Städten und auf einigen Abschnitten der Europa-Straßen, wo es aber alle paar Kilometer Überholstreifen gibt, daher drängelt keiner.

Kosten:
Schweden hat ja – wie alle skandinavischen Länder – den Ruf, ziemlich teuer zu sein. Das können wir so nicht bestätigen. Die Preise in Supermärkten, auch in den kleinen ganz im Norden, sind ziemlich zivil, ich würde sagen, sie liegen knapp über dem Niveau von deutschen Nicht-Discountern wie REWE oder Edeka. Es gibt natürlich ein paar Ausnahmen, insbesondere Rindfleisch ist teilweise extrem teuer, manche Obstsorten auch, aber die – bei mir mir sehr gern genommenen – Köttbollar sind als schwedisches Grundnahrungsmittel meistens preislich okay.
Wir hatten vor der Abreise für ungefähr 100 EUR Proviant gekauft (haltbare Sachen wie Salami, Snacks, Chips, Studentenfutter, Müsliriegel, Nudeln, Pasta-Soßen, Dosentomaten, Grillzeug für die ersten Tage, Säfte) und nicht alles verbraucht, aber frisches Obst und Gemüse unterwegs nachgekauft. Darunter waren natürlich – aus Traditionsgründen – 1 Dose des klassischen Campingessens: Dosenravioli.

Ein weiteres Thema ist natürlich Alkohol. In Supermärkten gibt es nur sog. Lättöl, also Light Beer bis 3,5% Alkoholgehalt, ab ca. 1 EUR pro 0,5l Dose. Alles darüber gibt es nur im staatlichen „Systembolaget“ und ist deutlich teurer. Da Schweden aber in der EU ist, könnt Ihr einen ausreichenden Vorrat an „richtigem“ Bier oder Wein mitbringen, das rechnet sich wirklich. Die Freigrenzen pro Person sind absurd hoch, pro Person dürfen – je nach Laune eines etwaigen Zollbeamten – 110 Liter Bier oder 90 Liter Wein eingeführt werden (nein, diesen Wert haben wir zu zweit für 2,5 Wochen nicht annähernd erreicht! ;-) ), solange es noch zum Eigenkonsum dient.

Für die Raucher: Im Sommer 2020 waren Zigaretten zu unserer großen Überraschung in Schweden günstiger als in Deutschland.

Diesel ist etwas teurer als hierzulande, wir haben im Sommer 2020 ca. 1,30 EUR für den Liter gezahlt.

Insgesamt war unser Schweden Roadtrip mit dem Camper überraschend günstig. Wir haben für die 18 Tage überschaubare 930 EUR pro Person gezahlt, das beinhaltete die Einkäufe vorab, die Fährtickets (ca. 2x 65 EUR), alle Campingplätze, Einkäufe vor Ort und (der größte Batzen) den Sprit sowie ein paar Mahlzeiten in Restaurants und Cafés.

Und? Habt Ihr Lust bekommen auf einen Roadtrip durch Schweden? Dann lasst es mich in den Kommentaren wissen, ich freue mich über konstruktive Kritik, Ergänzungen oder einfach Eure Erfahrungen.

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