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Kirgistan: 11 Reisetipps

Kirgistan Titel

Im Sommer 2019 waren Asta und ich rund 2 Wochen in Kirgistan unterwegs. In diesem Artikel möchte ich Euch Reisetipps für Euren eigenen Trip durch Kirgistan geben.

Kirgistan ist schwer im Kommen! Und das vollkommen verdient! Nicht zuletzt, weil es für 2019 auf der „Top 10 places to go“-Liste des Lonely Planet stand.

Erst einmal ein kleiner Überblick über das, was Euch in Kirgistan erwartet:

1. Überblick

Kirgistan liegt mitten in den sog. -Stans, also den zentralasiatischen ehemaligen Sowjetrepubliken, es grenzt an Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und China. 

Kirgistan ist Traumland für Abenteurer, Wanderer und Backpacker. Dort ist es landschaftlich unglaublich schön, fast 80% des Landes sind gebirgig. Ganz im Süden findet Ihr die Giganten des Hohen Pamir, die die 7000er-Marke überschreiten, quer durch´s Land zieht sich das wunderschöne Tien Shan (Himmels-) Gebirge und weitere Ketten wie das Fan- oder Alai-Gebirge. Dazwischen findet Ihr gigantische Seen, Wälder, Hochebenen.

Sary Tasch, Kirgistan
Der Hohe Pamir und Downtown Sary Tasch im Süden von Kirgistan

Dazu ist Kirgistan historisch und kulturell hochinteressant, seine zentrale Lage an der Seidenstraße hat viele unterschiedliche Einflüsse ins Land gebracht.

Kirgistan ist nicht sonderlich dicht besiedelt, größere Menschenansammlungen findet Ihr eigentlich nur in den wenigen größeren Städten wie Bischkek oder Osch. Oder wenn Ihr, wie wir, zufällig in der Einöde auf ein Kök Boru Turnier stoßt:

Kök Boru (sozusagen „Reiter-Rugby“), der Nationalsport Kirgistans
Die Zuschauer beim Kök Boru, Asta in der Mitte.

Der Tourismus in Kirgistan ist definitiv noch unterentwickelt, aber keine Sorge, Ihr findet wirklich überall eine vernünftige Unterkunft und Restaurants.

2. Kirgistan? Kirgisistan? Kirgisien?

Keine der 3 Bezeichnungen ist wirklich falsch, aber „Kirgistan“ ist die gebräuchlichste. „Kirgisien“ und „Kirgisistan“ haben beide ihren Ursprung in Transkriptionen aus dem Russischen („Kirgisija“) und sind weniger verbreitet. Die eigene offizielle Bezeichnung des Landes lautet „Kirgisische Republik“.

Bischkek, Kirgistan
Parlament und Staatsflagge in Bischkek

3. Flüge nach Kirgistan

Kirgistans Hauptstadt Bischkek wird von Deutschland aus hauptsächlich von Aeroflot, Turkish Airlines und Pegasus Air angeflogen, mit jeweils einem Zwischenstop. Wir haben nach monatelanger Beobachtung der sehr stark schwankenden Flugreise mit ca 4 Monaten Vorlauf bei Turkish Airlines zugeschlagen und sind für günstige 540,00 EUR geflogen.
Achtung: Alle Flüge aus Europa kommen zu nachtschlafener Zeit in Bischkek an, d.h. zwischen 3:30 und 5:00 Uhr. Fragt also vorher bei Eurer gebuchten Unterkunft an, ob ein „early check-in“ möglich ist.
Die Fahrt vom Flughafen Manas International ins Zentrum von Bischkek dauert 30-40 Minuten.

Ala Kul Trek, Kirgistan
Ala Kul Trek, hier Ala Kul Pass, 3.900m)

4. Visum

Praktisch: Deutsche und die meisten EU-Bürger benötigen für einen Aufenthalt bis zu 60 Tagen kein Visum. Da sich diese Regelungen aber schnell ändern können, checkt das vor der Abreise nochmal, z.B. beim Auswärtigen Amt.

Am Song Kul

5. Transport in Kirgistan

Wie Ihr durch das Land reisen wollt, hängt zum einen von Eurem finanziellen, zum anderen von Eurem zeitlichen Budget ab.

Auf dem Pamir Highway hinter Osch

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln:
Im Prinzip kommt Ihr fast überall mit den „Öffis“ hin. Die größeren und kleineren Städte sind alle mit Minibussen („Marshrutka“) verbunden. Für ganz entlegene Ecken müsst Ihr Euch wahrscheinlich ein Taxi oder einen anderen „privaten“ Fahrer organisieren. Marshrutkas und Taxis sind spottbillig in Kirgistan und auch für exotische Ziele werden sich die Preise mit ein bißchen Verhandlungsgeschick in Grenzen halten.

ABER: Euch muss klar sein, daß diese Reisearten sehr zeitaufwendig sind. Die Minibusse fahren – wie in Asien üblich – oft erst ab, wenn der Wagen voll ist. Dazu kommen allerlei Stops auf der Strecke, neue Passagiere werden aufgenommen, Teepause etc.. Plant also reichlich Zeit für Überlandfahrten mit Marshrutkas ein.

DAS VIDEO ZUR REISE

12:39min durch Kirgistan

Wer ganz viel Zeit hat, kann auch Trampen, das ist im dünn besiedelten Kirgistan weit verbreitet, oft seht Ihr z.B. Babuschkas auf dem Weg zum Markt am Straßenrand stehen und trampen. Allerdings erwartet der Fahrer auch von Trampern ein kleines Trinkgeld. Eigentlich kann man sagen, daß jeder Autofahrer in Kirgistan auch irgendwie Taxifahrer ist, wenn er über´s Land fährt.

Der Toyota in seinem natürlichen Habitat

Mietwagen:
Wir hatten nur begrenzt Zeit für unsere Reise, also haben wir uns lange im Voraus nach Mietwagen umgesehen. Keiner der großen Mietwagenanbieter wie Budget, Hertz etc. hat Niederlassungen in Kirgistan, Ihr müsst Euch also im Internet einen der ca. ein Dutzend lokalen Anbieter (fast alle sitzen in Bischkek) aussuchen. Die Bedingungen waren gut vergleichbar bei den 3 oder 4 Anbietern, mit denen ich Kontakt aufgenommen hatte, alle haben eine „taugliche“ Versicherung.

Tipp: Wir haben trotz einer zusätzlichen Gebühr mit der Barclaycard VISA bezahlt, da in diesem Fall noch eine zusätzliche Versicherung für den Selbstbehalt eingeschlossen ist. Schaut also nach, ob Eure Kreditkarte eventuell ähnliche Zusatzleistungen bietet, „doppelt“ hält besser.

Auf dem Weg zum Basislager des Pik Lenin

Die Preise für Mietwagen unterscheiden sich deutlich, je nach Art und Alter des Fahrzeugs, vom russischen Lada-Jeep für 35 USD bis hin zum neuen Lexus SUV oder Toyota Landcruiser für 120+ USD gibt es alle möglichen Modelle. Wir haben uns für die Mitte entschieden und einen Toyota Fortuner 4×4 4.0l entschieden, der uns 75 USD pro Tag gekostet hat (Der Fortuner ist die SUV-Version des uns schon aus Namibia vertrauten und extrem robusten Toyota Hilux).

Straßen:
Ich würde Euch auf jeden Fall empfehlen, einen stabilen SUV zu mieten. Viele Hauptstrecken, also von Bischkek nach Osch oder zum und um den Issyk Kul herum sind asphaltiert und in sehr gutem Zustand. Aber Ihr werdet auch Hunderte Kilometer auf unbefestigten Straßen fahren, z.B. wenn Ihr von Osch zum Song Kul möchtet. Die unbefestigten Straßen sind überwiegend in ziemlich gutem Zustand, aber es gibt auch mal rauere Passagen, vor allem an den hohen Pässen.

Moldo Ashuu Pass, 3.346m

Grundsätzlich kann ich Euch folgendes sagen:
Kirgistan gehört definitiv zu den Ländern, in denen die Strecke von A nach B immer länger dauert, als Ihr Euch das vorher so ausgerechnet habt. Nicht nur wegen der ganzen Fotostops, sondern vor allem auch wegen der Geographie des Landes. Uns ist es mehrfach passiert, daß wir uns eine Route ausgesucht haben, die schön direkt verlief, beim Reinzoomen stellte sich dann aber heraus, daß auf der Route 2 Pässe von über 3.000m Höhe lagen. Das bringt es mit sich, daß Ihr Euch 30-50km über Serpentinen oder zumindest kurvige Straßen nach oben und wieder runter kämpfen müsst. Und dann, wie gesagt, zahlreiche Fotostops einlegen müsst, denn die Passrouten sind alle ziemlich spektakulär.

Da bekommt man eine Vorstellung, warum man in Kirgistan langsam vorankommt…

Verkehr:
Außer auf den o.g. Hauptrouten Bischkek – Osch und Bischkek – Issyk Kul gab es auf Kirgistans Straßen ziemlich wenig Verkehr. so daß das Überholen langsamer Lkw keine zeitraubende Angelegenheit war. Aber haltet Euch tunlichst an die Tempolimits (60km/h innerorts, 90km/h außerorts), denn es gibt extrem viele Polizeikontrollen mit Laser. Meistens wird man aber schon vorher von entgegenkommenden Fahrern gewarnt.

Taldyk Pass, 3.615m

Spritkosten:
Benzin und Diesel sind extrem günstig in Kirgistan. Selbst in entlegenen Gegenden haben wir nur 0,50-0,55 EUR pro Liter gezahlt. Das Tankstellennetz ist gut ausgebaut, allerdings haben wir es doch einmal geschafft, auf entlegener Strecke fast liegenzubleiben (auf dem Weg hoch zum Pass ging die Reserve an und die 52km bis zum nächsten Ort (dazwischen war rein gar nichts!) wurden ein bißchen spannend. Wenn Ihr also seht, daß auf Eurer Route wenig Zivilisation kommt, dann lieber früher als zu spät tanken! Anders als in anderen Ländern hat auch nicht jeder Kirgise einen Vorrat an Benzin oder Diesel in seiner Jurte, den Ihr ihm im Notfall abkaufen könnt.

Navigation:
Ihr solltet Euch auf jeden Fall eine App für Offline-Navigation auf´s Handy laden, damit Ihr auch ohne Handyempfang (hierzu gleich mehr) Euren Weg findet. Auf unseren letzten Reisen hat sich maps.me absolut bewährt. Die kostenlose Navi-App basiert auf OpenStreetMap, ist auch in Kirgistan sehr detailliert, die berechneten Fahrtzeiten waren erstaunlich genau und als Bonus sind in der App auch zahlreiche Wanderrouten enthalten (was uns auf dem Ala Kul Trek ziemlich geholfen hat, da s.u.)

6. Übernachten in Kirgistan

Wie bereits erwähnt, braucht Ihr Euch trotz der eher untouristischen Gegend keine Sorgen um Unterkünfte zu machen.

In den größeren Städten findet Ihr (über booking.com, hrs.de etc.) ausreichend „richtige“ Hotels in allen Preislagen von 15-200 EUR, die meistens westlichem Standard entsprechen.

Eher einfaches Hotel in Toktogul. Aber mit Shashliki, Café und Magasin/Minimarkt!

In kleineren Ortschaften oder mitten in der Pampa müsst Ihr auch nicht im Auto schlafen, denn fast überall gibt es sog. „Homestays“, also Zimmer in Privathäusern. Viele dieser Homestays werden von der Agentur Community Based Tourism (CBT) Kyrgyzstan vermittelt und betreut, die sich um nachhaltigen Tourismus bemüht und dafür sorgen soll, daß die Einnahmen auch tatsächlich der lokalen Bevölkerung zugute kommen. Unsere Homestays waren alle tiptop, sehr freundliche und hilfsbereite Gastgeber und mit 10-14 EUR pro Nase inkl. Frühstück (manchmal sogar auch inkl. Abendessen) unfassbar preisgünstig.

Jurtencamp am Song Kul

Und dann sind da natürlich noch die JURTEN in Kirgistan! Ihr solltet unbedingt mindestens einmal in einer dieser typisch kirgisischen Sommer-Behausungen übernachten. Wir haben insgesamt 4 Nächte in Jurten geschlafen, in manchen Gegenden, wie z.B. am Song Kul, gibt es auch gar keine Alternativen zu den Jurtencamps. Die Jurten sind innen meist ziemlich gemütlich, es gibt richtige Betten und dicke Decken und abends wird für Euch noch ein Ofen (mit Kuhdung!) befeuert.

In der Jurte. Okay, nicht ganz ordentlich.
Jurtencamp Tulpar Kol am Pik Lenin. Ach, und die Milchstraße

7. Essen und Trinken in Kirgistan

Verhungern werdet Ihr in Kirgistan nicht! In den Städten findet Ihr alle möglichen Restaurant, von schick bis einfach, kirgisische Küche, chinesische, Pizza, Burger, alles gibt´s. Aber stellt Euch auf etwas weniger Auswahl als z.B. in Südostasien ein.

Auf dem Osh-Basar in Bischkek

Auf dem Land, außerhalb der Touri-Spots, fällt die Auswahl deutlich geringer aus, dort werdet Ihr meist nur kirgisische Küche finden. Aber die kann sich durchaus schmecken lassen, sie ist deftig (und teilweise fettig), es wird viel mit Fleisch, Knoblauch und Zwiebeln gekocht.

Beim Fleisch müsst Ihr Euch darauf einstellen, daß Hammel ein wesentlicher Bestandteil ist und daß „Beef“ nicht immer Rind bedeuten muss, sondern auch von einer der Unterarten des Yaks wie z.B. Dzong stammen kann (Zitat eines Kirgisen: „Sehr gutes Fleisch, schön fettig!“ :-) ). Meistens findet man aber auch etwas vegetarisches oder auf Huhn-Basis, wenn man (so wie ich) mit Hammel nicht klarkommt.

Kirgistan ist berühmt für sein originell verziertes Brot

Kirgisische Gerichte, die Ihr mal probieren solltet:
– Laghman: Nudelsuppe mit Fleisch und Gemüse
– Plov: Gebratener Reise mit Fleisch und Gemüse, regional unterschiedlich
– Manty oder Samsa: (teils scharfe) Teigtaschen mit Fleisch und Gemüse

Wie in allen Ex-Sowjetrepubliken gibt es natürlich auch meist „Shashliki“ und das geht eigentlich immer.

Was uns in etwas touristischen Gegenden immer sehr positiv aufgefallen ist, sind die wirklich ausgezeichneten Salate, die die kirgisischen Köche so zaubern. Keine „normalen“ Salate wie bei uns, mit viel Grün, sondern diverse rohe Gemüse mit Filetstreifen oder Rote Bete mit Walnüssen und Äpfeln, oder getrocknete Flussfische mit Sellerie und Paprika, die abgefahrensten Kreationen. Wenn Ihr das auf der Karte seht, schlagt zu und schenkt Euch das Hauptgericht!

Das berühmteste Produkt der kirgisischen Küche ist aber:
Khumis: Vergorene Stutenmilch! Yep, richtig gelesen. Die Stutenmilch wird gemolken, die Kanne dann einige Stunden in die Sonne gestellt und dann ausgeschenkt. Wir haben es zweimal probiert, aber unseres war das nicht :-)

Am Straßenrand werden auch überall im Land weiße Bällchen in ca. der Größe eines Golfballs an Verkaufsständen angeboten. Dabei handelt es sich um „Kurut“ oder „Kurt“, getrockneten und gesalzenen Quark, ein beliebter Snack in Kirgistan. Die können wir – im Gegensatz zu Khumis – auch wirklich empfehlen.

Kurut-Herstellung von Hand

Alkohol:
Kirgistan ist ein muslimisches Land, aber anscheinend ein ziemlich entspanntes, dort muss das Feierabendbier nicht ausfallen, Freunde des Feierabendbiers! Überall wird Bier und Wodka ausgeschenkt und der Kirgise trinkt auch gerne selbst einen. Es gibt ein paar kirgisische Brauereien, dazu kommen einige Importmarken aus Russland, oft verkauft in den – in der ehemaligen Sowjetunion beliebten – Plastikflaschen von 1,5l-2,5l Größe. Preis pro Liter: ca. 1 EUR.
Wodka ist je nach Qualität spektakulär günstig, die Flasche im „Magasin“ (= Tante-Emma-Laden) kostet ab 2 EUR aufwärts. Wir haben uns allerdings auf ein gelegentliches Glas im Restaurant beschränkt.

Astas Geburtstagsbier am Song Kul

8. Mobilfunk

Wo wir gerade bei SPEKTAKULÄR günstig sind:
Mobilfunk kostet in Kirgistan gefühlt GAR NIX! Egal zu welchem der großen Anbieter (megacom, Beeline oder O!) Ihr geht, die Preise sind ähnlich.

In Bischkek

Wir haben uns in Bischkek im erstbesten Laden eine Karte von megacom besorgt (Pass mitnehmen, der wird für die Registrierung benötigt!) und dazu gleich Codes für 3 Wochen. Eine Woche Mobilfunk mit 500min Gesprächen in alle kirgisischen Netze, 10 GB (!!!) Datenvolumen LTE für eine Woche kosteten sage und schreibe 1,00 EUR.

Aber: Ich weiß schon nicht, wie man in Deutschland 10 GB im Monat verbrauchen kann, aber ich kann Euch versichern, daß Ihr diese Datenmengen in Kirgistan definitiv nicht loswerdet, wenn Ihr auch etwas vom Land sehen möchtet. In großen und kleinen Städten ist die Netzabdeckung sehr gut bis gut, in Dörfern oder noch weiter draußen habt Ihr aber über weite Strecken gar keinen Empfang oder höchstens Edge-Bandbreite. Seht das also ein bißchen als Digital Detox an.
Das Netz wird beständig weiter ausgebaut, teilweise hatten wir an sehr ungewöhnlichen Orten wie z.B. dem Basislager des Pik Lenin auf 3.600m Höhe Empfang (zumindest, wenn man 20m den Hügel hochgelaufen ist), obwohl das nächste Dorf 25km entfernt war.

8. Preisniveau

Insgesamt ist das Preisniveau in Kirgistan niedrig. Bei uns war mit Abstand der größte Posten der Mietwagen, oft haben wir nur 20-25 EUR pro Nase für alles andere am Tag ausgegeben.

Ein Essen in einem touristisch ausgerichteten Restaurant schlägt mit 6,00-10,00 EUR zu Buche, in einem Restaurants für „Locals“ könnt Ihr schon mit 3,00-4,00 EUR satt werden. Softdrinks, Tee, Kaffee kosten 0,50-1,50, ein Bier bekommt Ihr für 1,00-2,00 EUR im Restaurant. Die Preise für Lebensmittel, Süßkram, Chips, Nüsse etc. auf dem Markt oder im „Magasin“ sind sehr niedrig.

Gagarin ist sehr berühmt in Kirgistan. Er hat da mal Kur gemacht.

Eintritte für Sehenswürdigkeiten kosten, wenn überhaupt, ca. 1,00-3,00 EUR, für den Ala Kul Nationalpark haben wir (a.f.a.I.r.) 5,50 EUR Eintritt bezahlt.

Taxifahrten sind ebenfalls sehr preiswert, größere Strecken in Bischkek und Osch haben zwischen 3,00 und 5,00 EUR gekostet.

Ach so, als besonderes „Gimmick“ ist Asta noch ihr iPhone 5 runtergefallen und das Display war hin. Der Einbau eines neuen Displays auf dem Elektronik-Basar in Osch kostete sensationell günstige 20,00 EUR.

9. Klima

Kirgistan hat wegen seiner Lage ein ausgeprägtes Kontinentalklima, d.h. im Winter saukalt, im Sommer richtig heiß.

Typisches Sommercamp, Jailo genannt

In Bischkek hatten wir Mitte Juli tagsüber 38 Grad, es war selbst abends noch so heiß, daß wir uns freiwillig im Restaurant nach drinnen gesetzt haben. Auch am Issyk Kul war es mit ca. 32 Grad schön warm. Wir hatten über weite Strecken T-Shirt-Wetter in Kirgistan, aber es gab auch Gegenden, in denen es richtig frisch war.

Denn vergeßt nicht, Kirgistan besteht hauptsächlich aus Bergen! Ihr solltet also immer eine Jacke oder einen Sweater griffbereit haben, denn der nächste hohe Pass kommt bestimmt. Auch liegen einige der Highlights in ziemlich beachtlichen Höhen (z.B. Song Kul: 3.050m, Pik Lenin Base Camp: 3.600, Ala Kul Trek: 1.900m-3.900m), da fallen die Temperaturen nachts locker unter 10 Grad.

10. Sprache

Amtssprache ist Kirgisisch (eine Turksprache), aber fast jeder Kirgise spricht außerdem Russisch. Ich selbst kann nur ein paar Brocken Russisch, insofern war es sehr, sehr hilfreich, daß Asta vereidigte Dolmetscherin für u.a. Russisch ist.

Mit Englisch kommt man in Bischkek, Osch und an ein paar Touri-Hotspots leidlich durch, in vielen Restaurants gibt es zumindest Speisekarten auf Englisch, aber insgesamt ist Englisch nicht sonderlich verbreitet, Ihr seid also auf Euer Kommunikationstalent angewiesen. Das soll Euch nicht von einer Reise nach Kirgistan abschrecken, das geht ja den anderen Touristen auch so (Ortsschilder und Wegweiser sind übrigens immer zweisprachig).

Okay, die alten sozialistisch designten Ortsschilder sind nicht alle zweisprachig…
(hier: Tschon Alai)

Und wenn man etwas Grundsätzliches über die Kirgisen sagen kann, dann daß sie auffallend freundlich und hilfsbereit sind!!! Das ist nicht so dahingesagt, das ist uns schon am ersten Tag in Bischkek aufgefallen und dieser Eindruck hat sich im ganzen Land bestätigt.

Was ich Euch aber ans Herz legen möchte:
Lernt vorher das kyrillische Alphabet! Viele Wörter, die für Touristen wichtig sind, sind Lehnwörter aus Euch vertrauten Sprachen. Wenn Ihr die lesen könnt, dann seid Ihr schon viel weiter.

Beispiele? (latinisierte Transkription): Bagasch, Biljet, Tualet, Magasin, Produkty, Bensin, Marshrutka

11. Kleidung & Ausrüstung

Da ich die im Netz so beliebten „Packlisten“ schon immer ein wenig seltsam fand, gibt es von mir nur den Hinweis auf ein paar Basics:

Ausreichend Kleidung für´s Warme. Die Bekleidungs“vorschriften“ für Frauen sind in Kirgistan sind nicht sonderlich streng, aber daß man in einem muslimischen Land nicht in Hot Pants und Tank Top ins Mausoleum oder ins dörfliche Restaurant geht, ist auch klar. „On the Road“ war sommerliche Kleidung bei Mann und Frau kein Problem.

Am Straßenrand

Wegen der oben erwähnten Temperaturschwankungen braucht Ihr auch ein, zwei warme Oberteile. Wenn Ihr Wandern bzw. Trekken gehen wollt, solltet Ihr Eure Funktionskleidung mitnehmen, auch eine Regenjacke solltet Ihr dabeihaben. Wir hatten auf unserer Reise zwar nur exakt einmal Regen, aber dann 2 Stunden wie aus Kübeln, praktischerweise auf dem letzten Stück des Ala Kul Treks….

Und selbstverständlich gute Wanderschuhe!
Ich gehe nach einem Bänderriss auf einer anderen Reise auch nicht mehr ohne einen (einzelnen) Teleskopstock wandern, aber das ist Geschmackssache.

Für die Übernachtungen in Jurten hatten wir dünne Schlafsäcke mitgebracht. Zwar gibt es dort meist sehr schwere und warme Decken und frisches Bettzeug, aber der Hygienestandard ist schon ein anderer als im Hotel.

Nützlich für die Jurtennächte zum Lesen und auf dem Trek war auf jeden Fall eine Stirnlampe.

Falls Ihr einen Mietwagen nehmt: Kauft Euch einen USB-Lader für den Zigarettenanzünder, unser Toyota hatte keinen eigenen USB-Port.

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So, das waren meine 11 Tipp-Rubriken. Ich hoffe, Ihr habt etwas nützliches für Eure eigene Reise nach Kirgistan finden können.

Ich freue mich wie immer über konstruktive Kritik, Hinweise u.a. in den Kommentaren.

Christian

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4 Kommentare

    • Christian sagt

      Danke für das Lob, sowas freut einen doch immer, liebe Petra!

      Grüße
      Christian

  1. Uwe sagt

    Christian, diieser Bericht mit den Tipps ist Dir hervorragend gelungen!
    Ich habe alles, auch wenn ich nie mehr in meinem Leben nach Kirgistan kommen werde, mit Interesse gelesen und finde die Hinweise extrem brauchbar.
    Die Fotos sind für sich schon sehr schön und ergänzen die Tipps an entsprechender Stelle ausgezeichnet..
    Passstrassen auf Reserve…

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